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Antibiotikum in Käserinde: Großzügig wegschneiden

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Käse wird häufig mit dem Antibiotikum Natamycin gegen Schim­melbildung auf der Rinde behandelt. Das Landesamt für Lebens­mittelsicherheit Mecklenburg-Vorpommern fand in fast der Hälfte (49 Prozent) von 85 Käseproben Natamycin im Rindenteil, wie eine Sprecherin heute in Rostock mitteilte. Behördentests zufolge erfährt der Verbraucher aber nicht in jedem Fall davon. Bei fünf Käseproben, die als lose Ware verkauft wurden, sei die Verwen­dung des Antibiotikums bei der Abgabe an den Verbraucher nicht kenntlich gemacht worden. In einem Fall sei die zulässige Höchstmenge überschritten worden. Die Laborproben fanden 2012 und 2013 statt. Getestet wurde Hart- und Schnittkäse.

 

Natamycin, für das auch das Kürzel E 235 steht, ist ein mikrobiell gewonnenes Antibiotikum, wie die Sprecherin erklärte. Es wirke gegen Hefen und Schimmel. Bei der Lebensmittel­produktion sei es als Konservierungsstoff zur Oberflächenbehandlung von Hartkäse, Schnittkäse, halbfestem Schnittkäse und getrockneten, gepökelten Würsten zugelassen. Fünf Millimeter unterhalb der Oberfläche darf die Substanz den Angaben zufolge nicht mehr nachweisbar sein. Die Verwendung ist kennzeichnungspflichtig.

 

In der Humanmedizin werde Natamycin unter anderem zur Behandlung von Hefepilz­erkrankungen der Haut, bestimmten Hornhautentzündungen des Auges und anderen durch Pilze verursachte Erkrankungen eingesetzt, erläuterte die Sprecherin.

 

Das Amt empfiehlt, die Rinde von Käse, der mit Natamycin behandelt wurde, bis zu einem halben Zentimeter wegzuschneiden und nicht zu essen. Wer sicher gehen wolle, dass der Käse kein Natamycin enthält, könne auf Biokäse zurückgreifen. Der Konservierungsstoff dürfe dort nicht eingesetzt werden.

 

19.08.2013 l dpa

Foto: Fotolia/HLPhoto