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Alzheimer-Patienten: Trotz Demenz auf Reisen

 

Menschen mit Demenz müssen auf Urlaubsreisen nicht verzichten. Die Ferien sollten aber sorgfältig geplant und das Reiseziel nach bestimmten Kriterien ausgewählt werden, sagte Tobias Bartschinski von der Alzheimer-Gesellschaft München (AGM) der Pharmazeutischen Zeitung. «Die Erkrankung dominiert nicht das ganze Leben», erklärte der Sozialpädagoge. «Wer vor der Diagnose gerne verreist ist, sollte es weiterhin tun, gerade im frühen Stadium.» Zu Beginn der Erkrankung seien als Reiseziel Orte günstig, die der Patient von früher kennt. In fortgeschrittenem Stadium sei es wichtig, dass die Anfahrt einfach und die Urlaubsdauer überschaubar ist. «Fliegen ist oft möglich, aber man sollte das Flugpersonal vorher über die Erkrankung informieren.» Außerdem sei bei der Wahl des Reiseziels zu bedenken, dass Menschenmassen und riesige Ferienanlagen viel Unruhe bringen. Kleine, klar strukturierte Anlagen und übersichtliche Ferienhäuser, die eine Abgrenzung haben, erleichterten dagegen den Patienten die Orientierung.

 

Bislang gebe es keine spezialisierten Reiseveranstalter oder entsprechende Kataloge für Menschen mit leichter Demenz. «Man kann sich an die lokalen Alzheimer-Gesellschaften und an Behindertenverbände wenden oder im Internet recherchieren», riet Bartschinski. Manche Kurhäuser oder Pensionen böten spezielle Ferienwochen für Demenzkranke und ihre Angehörigen an, vor allem in der Nebensaison. Für Patienten mit schwerer Demenz und deren Angehörige gebe es verschiedene Anbieter von Ferienaufenthalten wie Wohlfahrtsverbände, bei denen auch die Möglichkeit der Pflege gegeben ist. Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die Pflegekasse über die sogenannte Verhinderungspflege einen Teil der Kosten. (bmg/ch)

 

Das vollständige Interview finden Sie in der kommenden Ausgabe (PZ 28/2013).

 

04.07.2013 l PZ

Foto: Fotolia/JM Fotografie