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Studie: Sildenafil wirkt nicht gegen Herzinsuffizienz

 

Patienten mit einer bestimmten Form der Herzinsuffizienz profitieren nicht von der Einnahme des Phosphodiesterase-Hemmers Sildenafil. Das ist das Ergebnis einer US-amerikanisch-kanadischen Studie, die jetzt in der Online-Ausgabe des Fachjournals «JAMA» erschienen ist. Sildenafil, das von der Firma Pfizer ursprünglich als Blutdrucksenker entwickelt wurde, ist unter dem Handelsnamen Viagra® das wohl bekannteste Potenzmittel der Welt. Als Revatio® vermarktet Pfizer den Wirkstoff auch als Mittel gegen Lungenhochdruck. Da Tierversuche und kleinere Studien positive Ergebnisse erbracht hatten, wurde Sildenafil jetzt in der sogenannten RELAX-Studie an Patienten mit Herzinsuffizienz mit erhaltener Auswurffraktion (Heart Failure with Preserved Ejection Fracture, HFPEF) getestet. Bei dieser Form der Herzinsuffizienz sind die unteren Herzkammern steif, können zwischen den Kontraktionen des Herzmuskels nicht erschlaffen und sich daher auch nicht vollständig mit Blut füllen.

Wissenschaftler um Dr. Margaret Redfield von der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, untersuchten in der RELAX-Studie die Wirkung von Sildenafil unter anderem auf den Sauerstoffbedarf und die Sechs-Minuten-Gehstrecke von ambulanten Patienten mit HFPEF. Die insgesamt 216 Teilnehmer erhielten zunächst für zwölf Wochen dreimal täglich 20 mg Sildenafil und anschließend für weitere zwölf Wochen dreimal täglich 60 mg Sildenafil oder die ganze Zeit über Placebo. Nach 24 Wochen zeigte sich bei keinem der untersuchten Parameter ein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen. «Das war eine Überraschung und eine Enttäuschung, und es widersprach unserer Hypothese», kommentiert Redfield in einer Pressemitteilung der Mayo Clinic.

Sildenafil in dieser Indikation zu testen, sei aufgrund früherer Ergebnisse plausibel gewesen, schreiben die Forscher im «JAMA». Da die Substanz nun aber keinerlei Nutzen gezeigt habe, müsse man sich überlegen, ob die Studienpopulation, die Untersuchungsmethoden und die Endpunkte richtig gewählt worden seien. «Diese Studie war sehr kompliziert und die Einschlusskriterien waren sehr streng», kommentiert Redfield in der Mitteilung. Dass positive Ergebnisse ausgeblieben seien, liege daher höchstwahrscheinlich daran, dass Sildenafil in dieser Indikation ganz einfach nicht wirke. (am)

doi: 10.1001/jama.2013.2024

 

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12.03.2013 l PZ

Foto: Fotolia/psdesign1