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Fibromyalgie: Kleine Nervenfasern geschädigt

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Eine mögliche körperliche Ursache für die Schmer­zen von Fibromyalgie-Patienten haben Forscher der Universität Würzburg entdeckt: Sie wiesen Schäden an den kleinen Nervenfasern nach. Das berichten Nurcan Üçeyler und ihre Kollegen im Fachjournal «Brain».

 

Die auch als „small fibres“ bezeichneten kleinka­librigen schmerzleitenden Nervenfasern, sind für die Wahrnehmung von Schmerzen und die Temper­aturempfindung verantwortlich. Die Funktion dieser Nervenendigungen in der Haut untersuchten die Würzburger Forscher bei 25 Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom, zehn Patienten mit monopolarer Depression und gesunden Probanden, die als Kontrolle dienten. Dabei wandten die Forscher drei verschiedene Methoden an: Die quantitative sensorische Testung, die unter anderem die Wahrnehmungs- und Schmerzschwellen der Nervenfasern ermittelt, und die Ableitung schmerzableitender evozierter Potenziale (PREP), die die Erregbarkeit der Fasern anzeigt. Zudem analysierten die Forscher noch mikroskopisch die Faserdichte in Stanzproben aus der Haut.

 

«In allen drei Testverfahren fanden sich bei Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom deutliche Zeichen für eine Schädigung der kleinen Nervenfasern», erklärt Üçeyler in einer Pressemitteilung der Universität. Die Fibromyalgie-Patienten reagierten weniger empfindlich auf Temperaturreize und zeigten in den PREP-Ableitungen schwächere Antworten auf die Schmerzreize. Und auch unter dem Mikroskop fanden die Wissenschaftler deutliche Verän­derungen: «In der Hautstanzbiopsie war die Anzahl der kleinen Fasern deutlich reduziert – ein Befund, der typisch ist für Erkrankungen mit small-fiber-Beteiligung», so Üçeyler.

 

Die Fibro­myalgie-Patienten unterschieden sich sowohl von der Kontrollgruppe als auch von den depressiven Patienten, die aber nicht unter Schmerzen litten. Diese waren in die Untersuchung mit aufgenommen worden, weil Fibromyalgie-Patienten häufig Depressionen zugeschrieben werden, da körperliche Ursachen für die Beschwerden nicht nachzuweisen sind. Bei den depressiven Patienten war die Funktion der kleinen Nervenfasern aber nicht beeinträchtigt.

 

Noch sei nicht klar, wie die Nervenschädigungen bei Patienten mit Fibromyalgie-Syndrom zustande kommen. Den Würzburger Forscher zufolge könnten die Ergebnisse aber zu einer Neudefinition der Erkrankung führen. Durch die Schädigungen der Nervenfasern erfüllten die Schmerzen bei Fibromyalgie nun die Kriterien für neuropathische Schmerzen, so Üçeyler. (ch)

 

15.03.2013 l PZ

Foto: Novartis (Symbolbild)