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Rote-Hand-Brief: Überreaktionen unter Febuxostat

Bei Patienten, die mit dem Gichtmittel Febuxostat (Adenuric®) behandelt werden, kann es zu schweren Überreaktionen wie dem Stevens-Johnson-Syndrom oder anaphylaktischen Reaktionen bis hin zum Schock kommen. Davor warnt Hersteller Berlin-Chemie in einem Rote-Hand-Brief. In den meisten der vorliegenden Fälle traten solche Hypersensitivitätsreaktionen innerhalb des ersten Behandlungsmonats auf. Einige der betroffenen Patienten hatten bereits zuvor auf Allopurinol allergisch reagiert oder hatten eine Nierenerkrankung. Tritt eine solche Überreaktion auf, darf der Patient den Arzneistoff nicht mehr erhalten.

 

Insgesamt gelten diese schweren Nebenwirkungen unter Febuxostat als selten. Trotzdem sollten alle Patienten über diese möglichen Reaktionen informiert werden, insbesondere über die ersten Anzeichen wie Hautausschlag und -läsionen, Blasenbildung der Haut, Gesichtsödeme, Fieber oder Bindehautentzündung. Auch die Schleimhäute können betroffen sein. Direkt nach den ersten Unverträglichkeitsanzeichen soll Febuxostat sofort abgesetzt werden, da dies die Prognose der Patienten verbessert. (db)

 

Lesen Sie dazu auch

Wirkstoffprofil Febuxostat (Adenuric® / 2010) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

Hyperurikämie: Harnsäure runter, Gicht beseitigen, PZ 42/2010

Rote-Hand-Brief (externer Link)

 

23.05.2012 l PZ

Foto: Fotolia/Misha