Pharmazeutische Zeitung Online
AMK

Pfizer: Vorläufig kein Xiapex für deutsche Patienten

Datenschutz bei der PZ

Pfizer wird sein neues Medikament Mikrobielle Kollagenase (Xiapex®) ab sofort nicht mehr in Deutschland vertreiben. Hintergrund ist das negative Ergebnis der Nutzenbewertung für Xiapex durch das Instituts für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG). Dementsprechend geschwächt wäre Pfizer in Preisverhandlungen mit den Krankenkassen gegangen, sodass das Pharmaunternehmen nun lieber darauf verzichtet, wie Pfizer heute mitteilte.

 

Die Mikrobielle Kollagenase aus Clostridium histolyticum ist seit Mai 2011 in der Europäischen Union zugelassen. Das Präparat ist die erste medikamentöse Therapieoption für Patienten mit Dupuytren’schen Kontrakturen. Bei dieser Krankheit bilden sich aus kollagenhaltigen Zellen zunächst Knötchen in den Handinnenflächen, die sich zu Strängen ausbilden können. In der Folge werden die  Finger dauerhaft gebeugt. Bisher war diese Fehlstellung nur operativ behandelbar.

 

Das IQWiG hatte bemängelt, dass Hersteller Pfizer keine oder keine geeigneten Daten über den Zusatznutzen von Xiapex vorgelegt hätte und in den meisten Fällen nicht die richtige Vergleichstherapie gewählt hätte. Dieser Argumentation war der Gemeinsame Bundesausschuss Mitte April gefolgt. «Es werden Daten erwartet, die uns zum unmittelbaren Zeitpunkt nach Zulassung des Arzneimittels nicht vorliegen können», kritisierte Pfizer. Das Unternehmen habe angeboten, eine Studie mit den geforderten Kriterien in Deutschland durchzuführen. «Sobald neue Daten zum Vergleich vorliegen, wird Pfizer alle zur Verfügung stehenden Optionen prüfen, die Verfügbarkeit dieser innovativen Behandlungsalternative in Deutschland wiederherzustellen», heißt es in der heutigen Pressemitteilung. (db)

 

Lesen Sie dazu auch

IQWiG: Schlechte Noten für Kollagenase, Meldung vom 01.02.2012

Wirkstoffprofil Mikrobielle Kollagenase (Xiapex® / 2011) in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe

 

16.05.2012 l PZ

Foto: Pfizer