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Apotheker warnen vor skurrilen Hausmitteln

Alte Hausmittel erfreuen sich offensichtlich in deutschen Haushalten noch immer großer Beliebtheit. Das ergab eine Umfrage unter 281 Apothekern, die das Forschungszentrum für Generationenverträge der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg im Auftrag der Vivesco-Apotheken-Kooperation durchführte. Einige der altbewährten Hausmittel empfiehlt das Apothekenpersonal durchaus: zum Beispiel Zwiebelsäckchen bei Ohrenschmerzen, Quarkwickel bei Halsschmerzen oder gesalzenen Schwarztee bei Durchfall.

 

Von obskuren Mitteln raten Apotheker dagegen ab: Manche Patienten glauben, dass Schneckenschleim Husten lindern kann oder gemahlene Kellerasseln bei Bronchitis Erfolg versprechen. Eigenurin soll als Gurgellösung bei Halsschmerzen helfen oder zur Stärkung getrunken werden.

 

Normalerweise besitzen diese skurrilen Mittel keinerlei Wirkung, sie können aber auch gefährlich werden. Behandelt der Patient beispielsweise Augenerkrankungen mit Kamillentee oder Verbrennungen mit Zucker oder Öl, droht eine Verschlimmerung der Symptome oder allergische Reaktionen. Betroffene sollten in diesen Fällen unbedingt auf eine Anwendung zweifelhafter Mittel verzichten und ihren Arzt oder Apotheker um Rat fragen. (va)

 

10.01.2012 l PZ

Foto: Fotolia/shoot4u