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Leipziger Pharmazie: Kampf gegen Schließung geht weiter

 

Das sächsische Kabinett hat den Hochschulentwicklungsplan abgesegnet. Danach muss die Leipziger Universität 48 Stellen einsparen. «Dieser Hochschulentwicklungsplan ist eher ein Hochschulvernichtungsplan», sagte der Leipziger Pharmazie-Fachschaftssprecher Chris Graichen. «Es wirklich traurig, dass die Landesregierung die Realität an den Sächsischen Hochschulen so gekonnt ignoriert.» Aus Geldmangel will das Rektorat der Universität Leipzig alle 21 Stellen am Institut für Pharmazie streichen und somit den gesamten Studiengang abschaffen. Diesem Plan muss das Sächsische Ministerium für Kunst und Entwicklung noch zustimmen. Die Leipziger Studenten setzen mit ihrem Protest jetzt auf das Ministerium.

 

«Wenn die Universität Leipzig und der Freistaat tatsächlich auf die pharmazeutische Ausbildung verzichten können, dann sollen die Verantwortlichen auch laut sagen, dass sie künftig Spezialisten in der Arzneimitteltherapiesicherheit, patientenindividualisierter Therapie und interdisziplinärer Naturwissenschaft nicht mehr brauchen», sagte die Fachschaftsvertreterin Christin Nitzschke. Die Studenten schrieben den sächsischen Landtagsabgeordneten persönliche Briefe, um auf die Unterfinanzierung der Universitäten sowie den bereits bestehenden Nachwuchsmangel in der Pharmazie und die daraus möglichen Folgen aufmerksam zu machen.

 

Die Studenten finden breite Unterstützung. Neben sächsischer Apothekerkammer und -verband setzen sich Bundesapothekerkammer und ABDA sowie die Deutsche Pharmazeutische Gesellschaft (DPhG) für sie ein. Der Tenor ist eindeutig: Der Studienstandort muss nicht nur erhalten, sondern besser ausgestattet werden. Auch der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) sprach sich für die Leipziger Pharmazie aus: «Dass das traditionsreiche Leipziger Institut für Pharmazie aus haushaltspolitischen Gründen geschlossen werden soll, ist ein Armutszeugnis», erklärte die stellvertretende BPI-Hauptgeschäftsführerin, Barbara Sickmüller. «Wer die einzige Pharmazie-Fakultät im Bundesland Sachsen schließt, riskiert damit auf längere Sicht auch regionale Lücken in der Gesundheitsversorgung.» (db)

 

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Institutsschließung: Studenten demonstrieren vor Ministerium, Meldung vom 20.12.2011

Uni Leipzig: Pharmazie auf der Abschussliste, PZ 51/52/2011

 

22.12.2011 l PZ

Foto: Nitzschke