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Rheuma: Tipps für den Umgang mit Methotrexat

Bei der Abgabe von Methotrexat an Rheumapatienten können Apotheker wichtige Tipps geben. Methotrexat (MTX) ist ein Folsäureantagonist und greift ursächlich in das entzündliche Geschehen bei verschiedenen rheumatischen Erkrankungen ein. Der vielleicht wichtigste Hinweis ist, dass die Tabletten oder die Fertigspritze nur einmal wöchentlich appliziert werden dürfen, sagte Apothekerin Isabel Waltering beim Wochenend-Workshop Pharmazeutische Betreuung in Münster. So wirkt der Arzneistoff antiinflammatorisch, aber nicht immunsuppressiv. Die Applikation sollte möglichst immer am gleichen Wochentag erfolgen, kann aber ausnahmsweise auch um einen Tag nach vorn oder hinten verschoben werden. Die nächste Gabe sollte dann wieder nach sieben Tagen erfolgen.

 

Da MTX Nebenwirkungen wie Übelkeit auslösen kann, empfiehlt sich die abendliche Applikation, damit der Patient den unerwünschten Effekt verschläft. Oft verordnen Ärzte Folsäure zusätzlich, um Nebenwirkungen zu vermeiden oder zu lindern, zum Beispiel 5 Milligramm 24 bis 48 Stunden nach der MTX-Gabe. Eine solche Supplementation ist jedoch wissenschaftlich umstritten.

 

Manche Patienten vertragen die subkutanen Spritzen besser als die Tabletten. Bei Injektion sollten die Patienten die Einstichstelle an Bauch oder Oberschenkel regelmäßig wechseln und zur Erinnerung notieren, riet die Apothekerin.

 

Vom Tag vor der MTX-Gabe bis einschließlich einen Tag danach sollten die Patienten auf die Einnahme von nicht-steroidalen Antirheumatika verzichten, da sie die Wirkung von MTX verstärken. Auch andere Arzneistoffe, zum Beispiel Protonenpumpenhemmer, können mit MTX in Wechselwirkung treten. Bis zu 48 Stunden nach der Applikation ist Alkoholgenuss nicht angebracht, während der restlichen Woche aber in geringen Mengen möglich. Kaffee und Tee in Maßen sind erlaubt. Da MTX die Haut lichtempfindlich macht, ist Sonnenschutz wichtig.

 

Allgemein tritt die Wirkung von MTX nach vier bis sechs Wochen, spätestens nach 16 Wochen ein und äußert sich unter anderem in einer Verbesserung der Morgensteifigkeit. Ein ärztliches Monitoring inklusive Überprüfung der Leber- und Nierenfunktion sollte regelmäßig stattfinden, anfangs wöchentlich, dann schrittweise bis auf eine Frequenz von zwei bis drei Monate erhöht.

 

MTX ist teratogen und verbleibt relativ lange im Körper. Frauen im gebärfähigen Alter müssen unter MTX-Einnahme daher strikt verhüten. Bei einem Kinderwunsch sollte die Patientin eine alternative Medikation mit ihrem Arzt besprechen. Mindestens sechs Monate vor der Empfängnis sollte die Frau MTX absetzen und Folsäure einnehmen. (db)

 

14.11.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Sebastian Kaulitzki