Rote-Hand-Brief: Todesfälle unter Rituximab |

Hersteller Roche warnt in einem Rote-Hand-Brief vor tödlichen Immunreaktionen nach Infusion von Rituximab (MabThera®). Immunreaktionen sind die häufigste Nebenwirkung des Antikörpers bei Patienten mit rheumatoider Arthritis. Sie treten bei mindestens einem von zehn Patienten auf, vor allem nach der erstmaligen Gabe des Medikaments. Die Symptome wie schwere Atemnot, Bronchospasmus, Fieber, Schüttelfrost und Urtikaria zeigen sich üblicherweise etwa zwei Stunden nach der Infusion. In seltenen Fällen verläuft die Nebenwirkung tödlich. Dies kann sowohl bei der ersten als auch bei wiederholter Infusion der Fall sein. Der Mechanismus ist noch nicht geklärt. Vermutlich setzt der Körper sehr viele Zytokine auf einmal frei.
Um die Immunreaktion abzuschwächen, sollte der Patient mindestens 30 Minuten vor der Rituximab-Infusion 100 Milligramm Methylprednisolon erhalten sowie seine übliche Medikation eines Analgetikums oder Antihistaminikums immer vor der Rituximab-Infusion einnehmen. Tritt trotzdem eine schwere Immunreaktion auf, sollte die Infusion sofort beendet und der Patient angemessen medizinisch behandelt werden. Patienten mit Herzerkrankungen oder kardiopulmonalen Nebenwirkungen in der Vorgeschichte sollten engmaschig überwacht werden. (db)
Arzneistoffprofil Rituximab (MabThera® / 1998)
Zum Rote-Hand-Brief
08.08.2011 l PZ
Foto: Fotolia/Tom-Hanisch