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Stressige Umgebung: Stadtleben verändert das Gehirn

 

Bei Städtern sind zwei Hirnregionen verändert, die für die Verarbeitung von Stress und Emotionen zuständig sind. Das haben Wissenschaftler des Mannheimer Zentralinstituts für seelische Gesundheit (ZI) herausgefunden. Wie die Forscher im Fachjournal «Nature» berichten, ist bei Menschen, die in der Stadt leben, die Amygdala deutlich aktiver als bei Menschen vom Land. Diese Hirnregion ist unter anderem an der Entstehung von Angstreaktionen und Depressionen beteiligt. Bei Menschen, die in der Stadt aufgewachsen sind, beobachteten die Forscher eine verstärkte Aktivität des sogenannten anterioren cingulären Cortex. Dieser Teil des Gehirns reguliert die Aktivität der Amygdala und steht im Zusammenhang mit frühkindlichem Stress und der Verarbeitung negativer Emotionen.

 

Aus früheren Untersuchungen weiß man, dass Städter ein deutlich höheres Risiko für Depressionen und Angststörungen haben als Menschen vom Land. Personen, die in der Stadt geboren wurden und aufgewachsen sind, haben zudem ein doppelt so hohes Risiko, an Schizophrenie zu erkranken. Um die neuronalen Prozesse aufzuklären, die diesen Zusammenhängen zugrunde liegen könnten, untersuchten die Wissenschaftler im Rahmen der vorliegenden Studie psychisch gesunde Freiwillige mittels funktioneller Kernspintomographie. (am)

 

doi: 10.1038/nature10190

 

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Foto: Nature