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Hereditäres Angioödem: Neue Therapieoption

 

Die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hat dem Präparat Cinryze® die Zulassung erteilt. Dabei handelt es sich um ein aus Blutplasma gewonnenes C1-Inhibitor-Produkt. Zum Einsatz kommt es bei Patienten mit hereditärem Angioödem (HAE). Das ist eine seltene, lebensbedrohliche genetische Krankheit, die durch einen Mangel des C1-Inhibitors verursacht wird. Die Patienten erleiden unvorhersehbare und potenziell tödliche entzündliche Attacken von Kehlkopf, Bauchbereich, Gesicht, Extremitäten und des Urogenitaltrakts. Schätzungen zufolge leiden in der EU etwa 10 000 Menschen unter HAE.

 

Wie der Hersteller Viropharma Incorporated mitteilt, hat die EMA das neue Produkt für die Behandlung von Angioödem-Attacken bei Erwachsenen und Jugendlichen mit HAE zugelassen. Vorbeugend kann es vor geplanten Eingriffen gegeben werden. Zudem kann es in der Routineprophylaxe bei Patienten mit schweren und rezidivierenden Attacken angewendet werden, wenn diese eine oral verabreichte Prophylaxe nicht vertragen oder nicht ausreichend darauf ansprechen, oder wenn Patienten mit einer wiederholten Akuttherapie nicht ausreichend behandelt werden können. Cinryze ist ausschließlich für die intravenöse Anwendung bestimmt. Nach einer Schulung können sich Patienten das Mittel selbst verabreichen.

 

Bereits 2008 kam mit Icatibant (Firazyr®) ein Medikament zur subkutanen Behandlung akuter HAE-Attacken bei Erwachsenen auf den Markt. (ss)

 

16.06.2011 l PZ

Foto: Fotolia/Digital_Zombie (Symbolbild)