Hypertonie: Wenn Medikamente versagen |

Eine Operation kann Patienten mit Bluthochdruck helfen, bei denen Arzneimittel nicht anschlagen. Bei dem Eingriff werden überaktive Nierennerven, die Bluthochdruck verursachen können, verödet. Das berichtete Professor Dr. Michael Böhm von der Uniklinik Homburg/Saar heute auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie in Mannheim.
Bisher wurden laut Böhm fast 50 Patienten, bei denen unterschiedliche Medikamente nicht halfen, auf diese Weise erfolgreich behandelt. Der Bluthochdruck verringerte sich den Angaben zufolge nach fünf bis sechs Wochen deutlich. «Die Ergebnisse sind beeindruckend, wir sind sehr optimistisch», sagte Böhm. Sollten weitere Studien positiv ausfallen, dürfte sich das neue Verfahren in der regulären Therapie etablieren.
Bei Bluthochdruck schüttet die Niere häufig vermehrt Stresshormone wie Adrenalin aus. Bei dem Eingriff, der etwa 30 bis 60 Minuten dauert, wird über die Nierenarterie ein Katheter eingeführt. Die überaktiven Nervenenden, die den Bluthochdruck auslösen, werden mit Hochfrequenzstrom verödet. Die Patienten werden lokal betäubt und erhalten ein Schmerzmittel. Bisher gab es bei dem Eingriff den Angaben zufolge keine Probleme. Eine «Lancet»-Studie mit 106 Hypertonikern inklusive Kontrollgruppe hat bereits im Jahr 2010 deutliche Vorteile des Verfahrens gezeigt.
28.04.2011 l dpa
Foto: Fotolia/Morrosch