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Cholera: Impfung auch nach Ausbruch wirksam

 

Eine Impfung der Bevölkerung gegen Cholera kann auch noch nach dem Ausbruch einer Epidemie wirksam sein. Das bestätigen zwei Studien, die Forscher am Internationalen Impfstoffinstitut (IVI) in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul und in Vietnam durchgeführt haben. Die Ergebnisse sind im Online-Journal «PLoS Neglected Tropical Diseases» veröffentlicht. Die Erkenntnisse haben nach Meinung von Experten auch vor dem Hintergrund des Cholera-Ausbruchs in Haiti eine besondere Bedeutung. Mit dem Bakterium Vibrio cholerae, dem Verursacher der Cholera, infizierten sich pro Jahr drei bis fünf Millionen Menschen. Die Bakterien verursachen extremen Durchfall und Erbrechen. 

 

In ihrem Fachartikel beschreiben Dang Duc Anh und Kollegen ihre Beobachtungen in einem Cholera-Gebiet in Vietnam. Dabei geht es um die Wirkung einer Schluckimpfung bei der Bevölkerung von Hanoi während eines Ausbruchs vor drei Jahren. Demnach hat die Verabreichung für eine Schutzwirkung von fast 76 Prozent gesorgt. Die Erkenntnisse ließen vermuten, dass die rückwirkende Anwendung Schutz gegen die Krankheit bietet und «ein potenzielles Werkzeug in Ausbruchszeiten ist», schreiben die Autoren. Es seien weitere Studien nötig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.

 

In der anderen Studie in derselben Journalausgabe werteten Forscher vom IVI modellhaft Daten von jüngsten Cholera-Ausbrüchen weltweit aus. Die Forscher gingen von einer Durchimpfungsrate von 50 Prozent und 70 Prozent in einem Zeitraum von 10 bis 33 Wochen nach dem ersten Ausbruchsbericht aus. Ihr Ergebnis: Selbst rückwirkende Impfungen könnten eine «substanzielle Zahl von Fällen und Toten» verhindern. Das Wichtigste sei, die Entscheidungsträger davon zu überzeugen.

 

doi: 10.1371/journal.pntd.0001006

doi: 10.1371/journal.pntd.0000952

 

26.01.2011 l PZ/dpa

Foto: CDC/Carr