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Impfstoffengpass: Es gibt Alternativen

 

Trotz Lieferengpässen bei verschiedenen Impfstoffen für Kinder besteht nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) kein Grund zur Panik. «Es ist bei Weitem nicht so dramatisch, wie es in einigen Medienberichten geklungen hat. Es gibt sehr wohl Alternativen von einem anderen Anbieter», sagte PEI- Sprecherin Susanne Stöcker am Montag im hessischen Langen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der britische Hersteller Glaxo-Smith-Kline (GSK) hatte laut Medienberichten Engpässe unter anderem beim Vierfach-Impfstoff Priorix-Tetra und dem Sechsfach-Impfstoff Infanrix Hexa eingeräumt. Stöcker sagte, dass Sanofi Pasteur MSD Alternativen biete. Statt des Sechsfach-Impfstoffes könne auf die Fünffach-Vakzine Pentavac von Sanofi kombiniert mit einer einzelnen Hepatitis-B-Impfung zurückgegriffen werden, sagte Stöcker. Die Fünffach-Vakzine schützt vor Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung und HIB-Infektion.

 

Eine Alternative für den Vierfach-Impfstoff von GSK sei ein Dreifach-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln, der mit einem Einzelwirkstoff für die Windpocken-Komponente kombiniert werden kann (etwa Varivax von Sanofi). Bei dem Dreifach-Impfstoff kann laut PEI auf das nicht von den Lieferschwierigkeiten betroffene GSK-Mittel Priorix oder MMR VAX PRO von Sanofi zurückgegriffen werden. Von Sanofi gebe es zwar auch einen Sechsfach-Impfstoff, für diese ruhe die Zulassung aber derzeit, sagte Stöcker.

 

Außerdem wies die PEI-Sprecherin darauf hin, dass bei Knappheit der Sechsfach-Impfung im Zweifelsfall die Grundimmunisierung Vorrang haben sollte. «Wenn man sich entscheiden muss, ist es wichtiger, die Kinder zu impfen, die noch keinen Impfschutz haben, als ein Kind, das die ersten beiden Impfungen schon hat.» Die Auffrischung könne eher nach hinten verschoben werden, ohne dass es Probleme gebe, erläuterte Stöcker. Für die Masern-Mumps-Röteln-Windpocken-Impfung kann die zweite Impfung nach einer PEI-Mitteilung später nachgeholt werden.

 

08.02.2010 l PZ/dpa

Foto: Fotolia/Hautumm