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Parkinson: So funktioniert der Hirnschrittmacher

 

Deutsche und britische Forscher haben herausgefunden, wie es zu den positiven Effekten der tiefen Hirnstimulation bei Morbus-Parkinson-Patienten kommt: Die elektrischen Impulse stören die Synchronität einer Gruppe von Nervenzellen. Die tiefe Hirnstimulation wird seit Beginn der 1990er-Jahre eingesetzt und verbessert unter anderem die krankheitsbedingte Akinese (Bewegungsarmut). Bei der Therapie werden Elektroden über ein kleines Loch in der Schädeldecke in den tiefen Hirnbereich eingeführt und dann mit einem externen Gerät durchgehend stimuliert. Wie der Wirkungsmechanismus genau funktioniert, wurde bislang nur gemutmaßt. Klarheit bringt die im «Journal of Neuroscience» (Band 28, Seiten 6165 bis 6173) veröffentlichte Studie der Arbeitsgruppe um Professor Dr. Andrea Kühn von der Klinik für Neurologie am Campus Virchow-Klinikum der Charité in Berlin: Die elektrischen Impulse schwächen nachweislich die rhythmische Aktivität einer Gruppe von Nervenzellen im sogenannten subthalamischen Kern, einer Ansammlung von Nervenzellen in tiefer gelegenen Hirnstrukturen. Bei Parkinson-Patienten synchronisieren Nervenzellen aufgrund des Dopaminmangels ihre Aktivität, was zum Symptom der Akinese führt. Die aktuelle Studie belegt, dass der Hirnschrittmacher genau diesen Prozess einschränkt und somit die Funktion des Neurotransmitters Dopamin übernimmt. (ch)

 

12.06.2008 l PZ

Foto: Fotolia/Yakobchuk