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Migräne-Prophylaxe

Zweiter Antikörper zugelassen

Eli Lilly hat die Zulassung für den Antikörper Galcanezumab (Emgality®) zur Migräneprophylaxe erhalten.
Daniela Hüttemann
21.11.2018
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Ebenso wie Erenumab (Aimovig von Novartis) darf Galcanezumab bei erwachsenen Patienten zum Einsatz kommen, die an mindestens vier Tagen im Monat unter Migräne leiden. Emgality kommt als Fertigpen auf den Markt und wird einmal monatlich vom Patienten selbst subkutan injiziert.

Es handelt sich um einen humanisierten monoklonalen IgG4-Antiköper, der mit hoher Affinitkät und Spezifität an Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) bindet und diese neutralisiert. Die Wirksamkeit und Sicherheit wurde in drei großen Phase-III-Studien mit ingesamt 2886 Migräne-Patienten untersucht. In zwei Studien ging es um Patienten mit episodischer Migräne (EVOLVE-1 und -2). Bei rund 60 Prozent der Probanden unter Galcanezumab-Therapie reduzierten sich die Migränetage um mindestens 50 Prozent im Vergleich zu 36 bis 38,6 Prozent unter Placebo. 15,6 Prozent unter Verum waren komplett symptomfrei (versus 6,2 Prozent). An der REGAINE-Studie nahmen Patienten mit chronischer Migräne (mindestens 15 Tage pro Monat) teil. Im Schnitt litten sie unter Galcanezumab an zwei Tagen weniger pro Monat unter Migräneattacken.

Eli Lilly hat zudem in der vergangenen Woche in den USA den Breakthrough-Status für das Zulassungsverfahren in der Indikation Prävention von Cluster-Kopfschmerz erhalten. Auch bei dieser Kopfschmerzart scheint Galcanezumab die Zahl der Attacken reduzieren zu können. Auf Anfrage der PZ konnte Lilly noch kein Markteintrittsdatum für Deutschland nennen.

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