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Zur Rose schraubt Erwartungen hoch

Die Erfolgsbekundungen der Schweizer zur Rose AG reißen nicht ab. Nachdem die Doc-Morris-Mutter mehrere Konkurrenten geschluckt hat, schraubt sie nun ihre mittelfristigen Finanzziele hoch.
Stephanie Schersch
15.11.2018
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Eurapon, Vitalsana, Apo-Rot, Promofarma und Medpex – die Liste der jüngsten Zukäufe von Zur Rose ist lang. Das Unternehmen will seine Position in Europa, vor allem aber auf dem deutschen Markt ausbauen und spricht von einer erfolgreichen Aquisitionsstrategie. Die soll dem Konzern schon bald ein sattes Plus bescheren. Für 2019 strebe die Gruppe einen Umsatz von mindestens 1,6 Milliarden Schweizer Franken (1,4 Milliarden Euro) an, teilte Zur Rose heute mit. Das entspreche einem Wachstum von 30 Prozent im Vergleich zu den erwarteten Zielen für das laufende Jahr. Bis 2022 rechnet das Unternehmen zudem mit jährlichen organischen Wachstumsraten auf Gruppenstufe »von deutlich über 10 Prozent«.

Ein Großprojekt ist der Ausbau des Logistikzentrums am Doc-Morris-Standort im niederländischen Heerlen. Hier will Zur Rose langfristig das Versandgeschäft für den gesamten deutschen Markt bündeln. Im Laufe des Jahres 2021 soll ein Neubau stehen, der die Versandkapazitäten des Standorts auf 30 Millionen Pakete pro Jahr verdreifachen soll.

Nach Inbetriebnahme der neuen Logistik rechnet der Konzern mit Synergieeffekten, die das Ergebnis nachhaltig verbessern sollen. So korrigierte die Gruppe ihre Zielmarge für den operativen Gewinn im Jahr 2022 auf 5 bis 6 Prozent, bislang hatte sie bei 4 bis 5 Prozent gelegen. Für das laufende Jahr ändert sich an den Umsatz- und Ergebniserwartungen hingegen nichts. Hier war zuletzt von einem Umsatzwachstum von mehr als 20 Prozent die Rede gewesen. Auf EBITDA-Stufe soll demnach ein um Sonderkosten bereinigtes ausgeglichenes Ergebnis stehen.

Der Erfolgskurs der Zur Rose AG dürfte zu einem Teil auch auf den Wegfall der deutschen Rx-Preisbindung für ausländische Versender zurückgehen. Ein entsprechendes Urteil hatte der Europäische Gerichtshof im Oktober 2016 gefällt und den Versandapotheken im EU-Ausland erlaubt, ihren deutschen Kunden Rabatte auf rezeptpflichtige Arzneimittel zu gewähren. Apotheken mit Sitz in Deutschland dürfen das hingegen nicht.

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