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Zeckenstich

Zecken immer schnellstmöglich entfernen

Zuletzt infizierten sich etwas mehr Menschen in Deutschland mit Borreliose. Die Infektion lässt sich in der Regel gut mit Antibiotika behandeln. Eine prophylaktische Gabe nach Zeckenstich ist nicht nötig. Wichtig ist jedoch, eine Zecke umgehend zu entfernen.
dpa
PZ
28.06.2022  09:00 Uhr

«Die Lyme-Borreliose kommt in ganz Deutschland von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen seit Jahrzehnten vor», erläutert Dr. Hendrik Wilking, Veterinärmediziner, Epidemiologe und Senior Scientist am Robert-Koch-Institut (RKI). Viele Infektionen verlaufen unbemerkt. Bei 90 Prozent der anderen macht sich einige Tage bis wenige Wochen nach dem Stich eine ringförmige sogenannte Wanderrötung auf der Haut bemerkbar. Sie ist üblicherweise in der Mitte blasser als am Rand und verbreitet sich über Tage langsam nach außen. Einige wenige Prozent der Infizierten entwickeln Nerven- und Gelenkserkrankungen oder Herzrhythmusstörungen.

Allen Formen gemeinsam ist, dass sie gut mit Antibiotika behandelt werden können. Dennoch ist es nicht sinnvoll, wegen jedem Zeckenstich zum Arzt zu gehen. «Das Vorkommen der Borrelien in den Zecken ist so kleinräumig, dass auf der einen Seite eines Ackers eine zweistellige Prozentzahl der Zecken infiziert sein kann, ich auf dem anderen Ackerrand aber nur noch einen Bruchteil davon finde», erläutert Wilking. «Das ist sehr, sehr variabel.»

Zuletzt 360.000 Borreliose-Diagnosen

Insgesamt wurden nach den jüngsten Daten von 2020 bundesweit knapp 360.000 Lyme-Borreliosen von den Kassenärzten diagnostiziert. Das sind im Schnitt 465 Menschen je 100.000 Versicherter, nach 429 im Jahr 2019. Demnach stieg die Zahl der Borreliose-Infektionen in Deutschland im ersten Coronajahr um rund 8 Prozent im Vergleich zu 2019. Dies könne möglicherweise eine Folge erhöhter Freizeitaktivitäten im Grünen wegen der Einschränkungen durch die Corona-Maßnahmen sein, erläuterte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried. Zudem herrschte in vielen Regionen ideales, sprich warmes und trockenes Zeckenwetter. Zuvor waren die Zahlen seit 2010 leicht gesunken.

Die Verteilung variierte von Bundesland zu Bundesland. So diagnostizierten die Vertragsärzte in Sachsen im Jahr 2020 je 100.000 Versicherter 927 Mal eine Lyme-Borreliose. Auch in Thüringen (780), Brandenburg (707), Bayern (637) und Sachsen-Anhalt (615) gab es viele Infektionen. Dies geht aus Zahlen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi) hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

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