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Nobelpreiswoche

Zahlen, Daten, Fakten zum Nobelpreis

Die Nobelpreise gelten als wichtigste Auszeichnungen der Welt. Seit 1901 werden sie in Stockholm und Oslo verkündet und vergeben. Heute geht es los mit der Bekanntmachung der Preisträger für Medizin und Physiologie. Es folgen Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften.
dpa
07.10.2019
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Laut Alfred Nobels Testament aus dem Jahr 1895 sollen diejenigen einen nach ihm benannten Preis erhalten, «die der Menschheit im vergangenen Jahr den größten Nutzen erwiesen haben». 31.587.202 Schwedische Kronen hatte der Dynamit-Erfinder damals im Rahmen seiner Stiftung hinterlassen. Die ersten Preisträger erhielten 1901 jeweils 150.782 Kronen, heute sind es in jeder Kategorie 9.000.000 Kronen (rund 830.000 Euro) – das entspricht heute in etwa dem Wert des ursprünglichen Preisgeldes.

904 Auserwählte und 24 Organisationen haben bislang den Nobelpreis in den Kategorien Medizin/Physiologie, Physik, Chemie, Literatur, Frieden und Wirtschaftswissenschaften erhalten. Der Wirtschaftsnobelpreis ist zwar kein offizieller Nobelpreis, wird meist aber dazugerechnet. Vier Persönlichkeiten sowie das UN-Flüchtlingswerk (UNHCR) wurden bereits zweimal, das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) sogar dreimal geehrt. Stolze 96 Jahre alt war der bislang älteste Preisträger, Arthur Ashkin, als er im vergangenen Jahr den Physiknobelpreis erhielt. 17 Jahre war die jüngste Preisträgerin Malala Yousafzai alt, als sie 2014 den Friedensnobelpreis erhielt.

52 Mal wurden bislang Frauen mit Nobelpreisen geehrt, darunter zweimal Marie Curie. 14 Mal teilten sich Familienmitglieder einen Preis. Besonders erfolgreich war die Familie Curie. 13 deutschsprachige Autoren erhielten den Literaturnobelpreis. 3 Friedensnobelpreisträger saßen am Tag der Bekanntgabe im Gefängnis: Carl von Ossietzky, Aung San Suu Kyi und Liu Xiaobo.

49 Mal gab es (gezählt in allen Kategorien zusammen) keinen Nobelpreis, vor allem in Kriegs- und Krisenjahren. Am häufigsten wurde der Friedenspreis ausgesetzt, in Vorjahr war es wegen eines Skandals bei der Schwedischen Akademie der Literaturpreis. Er wird nun nachgeholt. 

 4 Preisträger waren gezwungen, Nobelpreise abzulehnen. Adolf Hitler untersagte den Chemikern Richard Kuhn und Adolf Butenandt sowie dem Mediziner Gerhard Domagk die Annahme. Die Sowjetunion sagte für den Autor Boris Pasternak ab. 2 Preisträger lehnten den Nobelpreis aus eigenen Stücken ab: Jean Paul Sartre 1964, der aus Prinzip keine Ehrungen akzeptierte, und Le Duc Tho, der 1973 zusammen mit Henry Kissinger für die Aushandlung des Vietnam-Friedens ausgezeichnet werden sollte.

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