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Erstes Halbjahr 2022
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Wo sind all die Apotheken-Kunden hin?

Zwar entwickelt sich das OTC-Geschäft für die Vor-Ort-Apotheken wieder positiv. Allerdings kommen nach wie vor weniger Kunden in die Offizin als noch vor der Coronavirus-Pandemie. Das belegen Zahlen des Datenspezialisten Insight Health.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 15.07.2022  15:30 Uhr

Kunden bleiben weg

Ernüchternder ist hingegen die Anzahl an Kunden, die in die Vor-Ort-Apotheken kommen – oder vielmehr nicht mehr kommen (siehe Grafik). Zwar erhöhte sich die Kundenfrequenz im Vergleich zum ersten Halbjahr 2021 nun wieder um 10,3 Prozent. Doch das Niveau war niedrig. Die Einbrüche während der Lockdowns 2020 waren massiv.

Eine Gegenüberstellung der Kundenfrequenz im entsprechenden Zeitraum des Jahrs 2019 vor der Krise zeigt jetzt: Ein zweistelliges Minus von 13,5 Prozent bleibt auch im ersten Halbjahr 2022 unterm Strich stehen. Ob die Menschen während der Lockdowns dauerhaft auf Versandapotheken umgestiegen sind, bleibt unklar. Die Ergebnisse der OTC-Konkurrenzanalyse 2021 der ABDA lassen andere Rückschlüsse zu. Demnach hatten sich die Umsatzanteile im OTC-Markt im vergangenen Jahr zugunsten der Offizinen – und weg von den Versendern – verschoben. Auch die Absatzzahlen hatten sich demzufolge weitestgehend wieder auf das Niveau vor dem Beginn der Coronavirus-Pandemie eingependelt.

Zeitgleich stieg Vertrauen in Offizinen

Und eine Umfrage des Bundesverbands der Arzneimittelhersteller (BAH) aus dem Jahr 2021 spricht ebenfalls eher dafür, dass die Offizinen in der Krise Kunden gewonnen haben. Viele Patienten – und zwar aus allen Altersklassen – vertrauten in Sachen Gesundheitsfürsorge nämlich insbesondere auf die lokalen Apotheken. 

Fest steht nur eins: Noch spiegelt sich der positive Trend in den Offizinen noch nicht so stark wider. Ein wenig aufatmen dürfen die Vor-Ort-Apotheken aber dennoch – zumindest verhalten.

 

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