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Prävention
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Wissen besteht, Maßnahmen bleiben aus

Woran Prävention scheitert, welche Wünsche es an die Politik gibt und was das Bundesgesundheitsministerium (BMG) dazu sagt, wurde heute auf einer Paneldiskussion des Deutschen Krebskongresses in Berlin diskutiert. 
AutorKontaktPaulina Kamm
Datum 19.02.2026  17:00 Uhr

Was sagt das BMG?

Antonius Helou als Vertreter der Krebsreferates vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beteuerte, die Möglichkeiten des BMG hinsichtlich Prävention seien begrenzt. Man habe sich allerdings dann doch entschieden, die Primärprävention in die Neuauflage des Nationalen Krebsplans »mit aufzunehmen«. Er sehe Hoffnung in der »Krebs-Community«: »Es gibt keine Community, die besser organisiert und schlagkräftiger ist und auch stärker diese Rammbock-, Pionier- und Treiberfunktion hat«, so Helou. Das BMG übernehme Vermittlungsaufgaben: Zwischen den Ländern, zwischen Befürwortenden und Früherkennungskritisierenden und unter den die Gesundheit beeinflussenden Ressorts. 

Helou machte darauf aufmerksam, wie essenziell es sei, die sozialen Ungleichheiten zu beseitigen. »Eine gute Sozialpolitik und soziale Gerechtigkeit sind die wichtigste Determinanten für Geusndheit und Lebenserwartung«, so Helou. Auch die Verhältnismäßigkeit und Prakmatismus müssen ihren Stellenwert haben. Er sprach von einer »hedonistischen Prävention«, denn lieber Cola light statt Cola, wenn eine Umstellung auf Wasser für die Person ausgeschlossen ist. 

»Wir sind an einem Punkt angekommen, an dem einfach nur reden nicht mehr reicht«, fasste Baumann zusammen und verwies damit auf die Kluft in Deutschland: Ein reiches Gesundheitswesen, das dennoch seit Jahren am Rand der Funktionsunfähigkeit kratze. »Wir wollen einen Pflock einschlagen, der auch weit sichtbar ist«, so Baumann. Mit dem nationalen Krebszentrum plane er innerhalb der folgenden zehn bis fünfzehn Jahre eine flächendeckende Präventionsstrategie für Deutschland. 

Praxisnahe Forderungen 

Aus dem Publikum wurden mehr Lehrstühle an den Universitäten für Prävention gefordert. Auch den Hausärztinnen und Hausärzten wurde eine tragende Rolle in der Präventionsberatung zugeschrieben. Helou wünschte sich vorsichtig mehr Engagement durch die Bundesärztekammer und den Präventionsgedanken über alle medizinischen Fachgebiete hinweg. Der Einwand, dass ärztliches Personal für medizinische Schadensbehebung verantwortlich sei, folgte umgehend durch Graeven. Hier fehlen laut ihm auch die finanziellen Anreize. 

Schwörer brachte das Konzept von »Community Nurses« und »School Nurses« als niedrigschwellige Anlaufstelle mit ein. Auch Baumann forderte einen Einbezug der anderen Berufsgruppen. Seufferlein zeigte sich frustriert: »Heute früh habe ich wieder das wissenschaftliche Institut der privaten Krankenversicherung gehört, die jetzt auch noch ein Gutachten gemacht haben. Das kommt zu dem Entschluss, dass, wenn ich weniger Zucker in Softdrinks tue, weniger Zucker konsumiert wird. Wann machen wir denn endlich mal was draus? Das kriegen wir in Deutschland einfach nicht hin, denn wir diskutieren uns zu Tode«, so Seufferlein. Die Rolle der Apotheken hinsichtlich Prävention fand keine Erwähnung. 

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