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Psychische Probleme

Wie zeigt sich eine Depression bei Kindern?

Fachärzte können die Anzeichen einer Depression bei Kindern und Jugendlichen oft erkennen. Für Eltern, Lehrer oder Erzieher ist das nicht immer einfach.
PZ/dpa
05.02.2020
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Laut aktuellem Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit zeigt jedes vierte Schulkind psychische Auffälligkeiten. Den Auswertungen aus Abrechungsdaten aus den Jahren 2016 und 2017 zufolge leiden 2 Prozent an einer diagnostizierten Depression und ebenso viele unter Angststörungen. Die Stiftung Deutsche Depressionshilfe geht davon aus, dass sogar 7 Prozent der Schulkinder unter Depressionen leiden. Der Hochrechnung der DAK zufolge sind etwa 238.000 Kinder in Deutschland im Alter von zehn bis 17 Jahren so stark betroffen, dass sie einen Arzt aufsuchen.

Die Stiftung listet Besonderheiten in der Symptomatik nach Altersgruppen auf. Zu den Symptomen bei Kleinkinder zwischen einem und drei Jahren zählen demnach vermehrtes Weinen, ausdrucksarmes Gesicht, erhöhte Reizbarkeit, Überanhänglichkeit, Kind kann schlecht alleine sein, selbststimulierendes Verhalten wie Schaukeln des Körpers oder exzessives Daumenlutschen, Teilnahmslosigkeit, Spielunlust oder auffälliges Spielverhalten, gestörtes Essverhalten und Schlafstörungen.

Für Kinder im Vorschulalter von drei bis sechs Jahren listet die Deutsche Depressionshilfe: trauriger Gesichtsausdruck, verminderte Gestik und Mimik, leicht irritierbar, stimmungslabil, auffällig ängstlich, mangelnde Fähigkeit, sich zu freuen, Teilnahmslosigkeit und Antriebslosigkeit, introvertiertes Verhalten, vermindertes Interesse an motorischen Aktivitäten, innere Unruhe und Gereiztheit, unzulängliches oder auch aggressives Verhalten, Ess-und Schlafstörungen

Depressionen bei Schulkinder zwischen sechs und zwölf Jahren können durch verbale Berichte über Traurigkeit, Denkhemmungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisstörungen auffallen, sowie Schulleistungsstörungen, Zukunftsangst, Ängstlichkeit, unangemessene Schuldgefühle und unangebrachte Selbstkritik, psychomotorische Hemmung wie langsame Bewegungen und eine in sich versunkene Haltung, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und Suizidgedanken.

Im Pubertäts-und Jugendalter von 13 bis 18 Jahren treten wiederum vor allem vermindertes Selbstvertrauen, Selbstzweifel, Ängste, Lustlosigkeit, Konzentrationsmangel, Stimmungsanfälligkeit, tageszeitabhängige Schwankungen des Befindens und Leistungsstörungen auf. Auch typisch ist das Gefühl, sozialen und emotionalen Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Es besteht die Gefahr der Isolation und des sozialen Rückzugs. Zudem kann es zu psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Gewichtsverlust, Schlafstörungen und Suizidgedanken kommen.

Betroffene Familien finden im Internet erste Hilfestellung unter www.deutsche-depressionshilfe.de und sollten sich an den betreuenden Kinderarzt oder einen Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie wenden.

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