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Tot- versus Lebendimpfstoffe
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Wie unterscheiden sie sich voneinander?

Das Impfangebot in den öffentlichen Apotheken soll nach dem Willen verantwortlicher Politiker deutlich ausgebaut werden. Im Gespräch sind Impfungen mit sämtlichen Totimpfstoffen. Was sind das für Impfstoffe und wie unterscheiden sie sich von Lebendimpfstoffen?
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 16.03.2026  18:00 Uhr

Tot-, Subunit- und Konjugatimpfstoffe

Totimpfstoffe bestehen aus nicht vermehrungsfähigen Erregern oder aus isolierten beziehungsweise rekombinanten Antigenkomponenten des Pathogens. Hierzu zählen:

  • Ganzkeim-Totimpfstoffe, zum Beispiel inaktivierte Poliomyelitis (IPV)
  • Spaltimpfstoffe, zum Beispiel Influenza-Spaltvakzinen
  • Subunit- oder rekombinante Impfstoffe, zum Beispiel Hepatitis B, HPV, SARS-CoV-2 proteinbasiert
  • Toxoidimpfstoffe, zum Beispiel Impfstoffe zum Schutz vor Tetanus und Diphtherie
  • Konjugatimpfstoffe: Bei diesen Impfstoffen ist ein schwach wirksames Polysaccharid-Antigen bakterieller Kapseln, zum Beispiel von Pneumokokken, Meningokokken oder Haemophilus influenzae Typ b, an ein Trägerprotein gekoppelt, um neben einer humoralen Antikörperantwort auch eine T Zell vermittelte (CD4 + ) Immunantwort zu ermöglichen.

Im Gegensatz zu den Lebendimpfstoffen induzieren die Tot-, Subunit- und Konjugatimpfstoffe keine zytotoxischen T-Zellen, sondern nur CD4+ Helfer-T-Zellen. Diese sind unverzichtbar für eine nachhaltige B-Zell-Antwort und damit für eine ausreichende Produktion von Antikörpern. Allerdings bedarf es dazu in aller Regel einer Adjuvantierung der Impfstoffe, sodass mit Ausnahme von einigen Influenza-Impfstoffen nahezu alle Tot-, Subunit- und Konjugatimpfstoffe zusammen mit einem Adjuvans formuliert sind. Bei Influenza-Impfstoffen kann darauf verzichtet werden, da wegen der hohen Stammvariabilität in jedem Jahr neu geimpft werden sollte.

Wichtig ist, dass die Anwendung der Impfstoffe bei Immunsuppression und in der Schwangerschaft möglich ist, denn das Risiko für eine Infektion oder Transmission und damit eine Vermehrung von Erregern bei den geimpften Personen ist ausgeschlossen. Einige dieser Impfstoffe werden sogar ausdrücklich zur Impfung von Schwangeren zu Beginn des dritten Schwangerschaftsdrittels empfohlen, zum Beispiel Pertussis, um für das Neugeborene einen ersten Immunschutz sicherzustellen.

Das gilt auch für mRNA-Impfstoffe, die als Totimpfstoffe eingestuft werden, obwohl sie eine CD8+-Antwort induzieren. Da die RNA in diesen Impfstoffen deutliche Eigenschaften eines Adjuvans besitzt, entfällt auch bei den mRNA-Impfstoffen die Notwendigkeit einer zusätzlichen Adjuvantierung.

In aller Regel müssen Tot-, Subunit- und Konjugatimpfstoffe nicht nur mehrfach geimpft werden, um eine vollständige Immunisierung zu gewährleisten, sondern sie müssen auch aufgefrischt werden. Die Zeitpunkte für eine Auffrischimpfung können dem Impfkalender der STIKO entnommen werden.

In Deutschland stehen Tot-, Subunit- und Konjugatimpfstoffe zum Schutz vor Infektionen mit folgenden Erregern zur Verfügung: Cholera, Covid-19, Diphtherie, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Genitalwarzen durch humane Papillomaviren (HPV), Haemophilus-influenzae-b-Infektion (Hib-Infektion), Hepatitis A, Hepatitis B, Herpes zoster (Gürtelrose), Meningokokken der Serogruppen A, B, C, W135 und Y, Influenza (saisonale echte Grippe), Japanische Enzephalitis, Pneumokokken (PCV13, PCV15, PCV20), Milzbrand (Anthrax), Pertussis (Keuchhusten), Polio (IPV), Respiratorisches Synzytial-Virus (RSV),Tetanus, Tollwut und Typhus.

Einige dieser Impfstoffe werden rekombinant hergestellt, zum Beispiel die Impfstoffe gegen HPV, Hepatitis B und der Covid-19-Spaltimpfstoff. Sie können keinerlei aufreinigugnsbedingte Kontaminationen anderer Erregerkomponenten enthalten und gelten daher als besonders verträglich.

Eigenschaft Lebendimpfstoff Tot-/Konjugatimpfstoff
Erregertyp attenuiert, vermehrungsfähig inaktiviert oder Teilkomponente
Replikation im Wirt Ja, limitiert Nein
Immunantwort zellulär und humoral, lang anhaltend vorrangig humoral, kürzer anhaltend
Boosterbedarf selten regelmäßig
Sicherheit bei Immunsuppression kontraindiziert anwendbar
Adjuvanzien erforderlich Nein häufig Ja
Kombinationen möglich teilweise häufig kombiniert
Impfabstand Ja Nein
Die wichtigsten immunologischen und klinischen Charakteristika. Diese grundlegenden Unterschiede haben direkte Konsequenzen für die Impfplanung, insbesondere in Risikogruppen, bei simultaner Applikation oder bei Reiseimpfungen.

Diese grundlegenden Unterschiede haben direkte Konsequenzen für die Impfplanung, insbesondere in Risikogruppen, bei simultaner Applikation oder bei Reiseimpfungen.

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