Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, betont, dass die Rolle der psychischen Gesundheitsversorgung einen höheren Stellenwert für die Bevölkerung innehat. / © Svea Pietschmann
Anlässlich der intensiven Debatten und Proteste um die Finanzierung und Kürzung psychotherapeutischer Leistungen ließ Pharma Deutschland eine Befragung durchführen. Die repräsentative Civey-Umfrage ergab, dass 37 Prozent der Befragten die psychische Gesundheitsversorgung als Herausforderung in ihrer unmittelbaren Wohnumgebung einschätzen.
Aus Sicht vieler Menschen gehöre die psychische Gesundheitsversorgung nach der hausärztlichen zu den größten Herausforderungen des Gesundheitswesens. »Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, welchen Stellenwert die psychische Gesundheitsversorgung aus Sicht der Bevölkerung inzwischen einnimmt«, erklärt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, in einer Mitteilung.
Bundesweit herrsche demnach allerdings keine Einigkeit. Pharma Deutschland spricht von einem Nord-Süd-Gefälle: »In Schleswig-Holstein (43,7 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (40,2 Prozent) und Niedersachsen (41,2 Prozent) wird diese besonders problematisch eingeschätzt«, heißt es. »Gegen Krankheiten wie Depressionen oder Angstzustände gibt es gute und bewährte Arzneimittel, deren Einnahme aber ärztlich veranlasst und begleitet werden muss. Umso wichtiger ist es, dass Menschen bei Bedarf zeitnah Zugang zu einer bedarfsgerechten Behandlung erhalten«, sagt Brakmann.
Sachsen (40,7 Prozent), Rheinland-Pfalz (40,3 Prozent) und Brandenburg (38,0 Prozent) bewegen sich demnach im mittleren Bereich. In Baden-Württemberg (36,8 Prozent), Hessen (35,6 Prozent) und Bayern (33,4 Prozent) herrschen die geringsten Zweifel an der Versorgung.
Menschen im Alter von 40 bis 49 Jahren schätzen die psychische Gesundheitsversorgung mit 44,5 Prozent am meisten als Herausforderung ein. Gefolgt von den 50- bis 64-Jährigen mit 43,8 Prozent, den 30- bis 39-Jährigen mit 35,0 Prozent und den 18- bis 29-Jährigen mit 38,4 Prozent. Am seltensten wird die psychische Gesundheitsversorgung von älteren Menschen ab 65 Jahren als Herausforderung wahrgenommen (27,4 Prozent).
Auch hinsichtlich des Geschlechts werden Unterschiede deutlich. Frauen (38,9 Prozent) nennen die psychische Gesundheitsversorgung häufiger als Männer (34,7 Prozent). »Psychische Erkrankungen gehören zur gesundheitlichen Versorgung ebenso selbstverständlich wie körperliche Erkrankungen«, verdeutlicht Brakmann.