Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Apotheke an Arztpraxis
-
Wie Kommunikation besser gelingen kann

Ein Knackpunkt bei der Umsetzung pharmazeutischer Dienstleistungen ist oft die Kommunikation zwischen Apotheke und Arztpraxis. Wenn man die bestehenden Fallstricke jedoch beachtet, profitieren beide Seiten. Im aktuellen Webinar der pDL-Akademie von Pharma4u erklären die Referenten wie dies gelingen kann.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 27.04.2026  07:00 Uhr
Wie Kommunikation besser gelingen kann

Apothekerin Sabine Haul riet, vorab mit den Ärzten in der näheren Umgebung zu sprechen und zu erklären, was es mit den pharmazeutischen Dienstleistungen auf sich hat. Ärzte wissen häufig nicht, was Apotheker dürfen oder nicht dürfen. Oder sie können schlicht nicht einordnen, wie sie mit den Hinweisen im Bericht einer Medikationsanalyse umgehen sollen. Auch gibt es immer wieder Unsicherheiten bezüglich der Zuständigkeit zwischen Haus- und Facharzt, wenn es beispielsweise um das An- oder Absetzen von Medikamenten geht. Hinzu kommen finanzielle Zwänge, sodass nicht immer einfach mal ein Kombinationspräparat verordnet werden kann.

Es gebe immer wieder Ärzte, die mit dem Verweis auf eine fehlende Honorierung für die Zusammenarbeit ablehnend auf Medikationsanalysen und Arztbrief reagieren. Hier könne sich die Apotheke klar positionieren und erklären, dass die Medikationsanalyse eine Aufgabe sei, die der Arzt ohne Kosten an die Apotheke delegieren kann. Das Arzt-Patienten-Verhältnis werde dadurch nicht beeinträchtigt und die Verschreibungshoheit bleibe selbstverständlich beim Arzt. Die Empfehlungen, die die Apotheke im Arztbrief ausspreche, bezögen sich auch nur auf Informationen, die der Patient dem Apotheker bereitstelle. Der Bericht solle dem Arzt als Information dienen und die Praxis entlasten.

Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Punkt ist, zu klären, in welcher Form und in welcher Tiefe der Arzt informiert werden möchte. Welche Abläufe lassen sich problemlos in den Praxisalltag integrieren? Hier ist es sinnvoll, auch die MTA mit an Bord zu nehmen.

In die Perspektive des Arztes versetzen

Ärztinnen und Ärzte setzen oft andere Prioritäten als Apothekerinnen und Apotheker. Dies hat unterschiedliche Gründe, die es seitens der Apotheke zu akzeptieren gilt. So kann beispielsweise die Relevanz arzneimittelbezogener Probleme (ABP) anders bewertet werden. Daher empfiehlt es sich, nur die dringendsten Probleme im Arztbrief anzusprechen, um eine Informationsflut zu verhindern. Ist bekannt, dass ein Arzt Hinweise auf eine mögliche QT-Zeit-Verlängerung als nicht wichtig erachtet, macht es wenig Sinn, immer wieder darauf hinzuweisen, rät Haul.

Ein beigefügter, angepasster Medikationsplan müsse immer erklärt werden, um Missverständnissen vorzubeugen. Je nach Ablauf in der Praxis sorgt ein zusätzlicher Plan für Verwirrung. Im Zweifel ist es besser, auf dieses Instrument zu verzichten.

Mehr von Avoxa