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Koffein
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Wie gesund ist Kaffee?

Kaffee gehört zu den beliebtesten Getränken in Deutschland. Nur mit Blick auf die Gesundheit ist sein Ruf nicht immer der Beste. Was stimmt im Hinblick auf Koffein – und was nicht?
AutorKontaktdpa
Datum 06.02.2026  14:00 Uhr

Wo liegen die Grenzen des guten Geschmacks?

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hält bis zu 200 Milligramm Koffein als Einzeldosis und 400 Milligramm über den ganzen Tag verteilt für gesunde Erwachsene für unbedenklich. Das sind gut vier Tassen Kaffee: Ein Espresso enthält nach Angaben der Behörde rund 80 Milligramm Koffein, eine Tasse Filterkaffee 90 Milligramm.

Auf diese Dosis bringt es sonst nur eine Dose Energydrink (80 Milligramm). In einer Tasse schwarzem Tee steckt zum Vergleich mit 50 Milligramm fast so viel Koffein wie in einer Dose Cola (40 Milligramm). Eine halbe Tafel Vollmilchschokolade bringt es auf 10 Milligramm, Zartbitterschokolade auf 25 Milligramm. Auch eine Tasse Kakao kann je nach Sorte zwischen 10 und 25 Milligramm Koffein enthalten.

Bei den Empfehlungen für gesunde Erwachsene gibt es Ausnahmen: Für Schwangere und Stillende gilt eine Tagesdosis von 200 Milligramm als unbedenklich. Für Kinder liegt die Grenze bei rund 3 Milligramm Koffein pro Kilogramm Körpergewicht.

Ist Koffein eine Droge?

»Koffein ist die weltweit am weitesten verbreitete psychoaktive Substanz«, sagt Professor Dr. Andreas Bauer vom Jülicher Institut für Neurowissenschaften und Medizin. »Sie unterscheidet sich jedoch von Amphetaminen oder anderen Rauschmitteln dadurch, dass sie auch bei regelmäßigem Konsum kein signifikantes Suchtpotenzial entfaltet.«

Das heißt aber nicht, dass der Körper unbeeindruckt bleibt: Ein Koffeinverzicht nach täglichen Kaffeeritualen kann nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikoforschung Entzugssymptome wie Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Reizbarkeit auslösen. Umgekehrt kann regelmäßiges Kaffeetrinken zu einer Koffein-Toleranz führen. Das bedeutet, dass bei gleichbleibender Menge zumindest einige der gewohnten Wirkungen nicht mehr oder weniger stark auftreten.

Welcher Kaffee-Typ bin ich?

Generell vertragen Menschen Koffein nicht gleich gut. Nach Studien liegt das an genetischen Unterschieden im Adenosin-Rezeptor. Diese Andockstellen finden sich nicht allein im Gehirn, sondern auch in vielen Organen. So kann es sein, dass einige schon nach einer Tasse Espresso Magenschmerzen, Durchfall oder Herzklopfen bekommen – und andere sich dagegen wach und wohlfühlen.

Koffein wird in der Leber metabolisiert. Entscheidend dafür ist das Enzym Cytochrom P450 1A2 (CYP 1A2). Die Halbwertszeit von Koffein beträgt ungefähr zweieinhalb bis fünf Stunden. Je nach genetischer Variation von CYP 1A2 kann sich der Abbau von Koffein beschleunigen – oder verlangsamen. 

Das kann dazu führen, dass manche Menschen nach dem Konsum von Kaffee nicht einschlafen können, während andere sofort in den Schlaf gleiten. Dann sollte besser auf den Kaffee am Nachmittag oder Abend verzichtet werden. Grundsätzlich gilt: Kaffee ab dem Nachmittag führt zu weniger Tiefschlaf, weil der Abbau von Koffein im Körper mehr als zwölf Stunden dauern kann.

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