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Demokratische Republik Kongo

WHO will zweiten Impfstoff einsetzen

Die Ebola-Epidemie im Kongo breitet sich weiter aus. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt nun, einen zweiten experimentellen Impfstoff einzusetzen. Doch es gibt auch Bedenken.
PZ/dpa
26.07.2019
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Die Entscheidungen, ob der zweite Impfstoff eingesetzt wird, liege bei den örtlichen Behörden, betonte der WHO-Nothilfekoordinator Michael Ryan am Freitag in Genf. Bislang war der kongolesische Gesundheitsminister Oly Ilunga gegen die Einführung eines zweiten Impfstoffs, um die Bevölkerung nicht zu verwirren oder möglicherweise neues Misstrauen zu erwecken. Ilunga trat aber Anfang der Woche zurück, aus Protest dagegen, dass der Präsident die Aufsicht über den Kampf gegen Ebola dem Direktor des Instituts für Biomedizinische Forschung, Jean-Jacques Muyembe, übertragen hatte. Muyembe prüfe jetzt mit einem Team mögliche andere Impfstoffe und wie sie eingesetzt werden könnten, sagte Ryan.

Die lebensgefährliche Epidemie tobt seit mehr als einem Jahr in einer von jahrzehntelangen Kämpfen heimgesuchten Region ausgebrochen. Dort verbreiten Rebellengruppen immer wieder falsche Gerüchte über Impfkampagnen. Ein zweiter Impfstoff, der anders verabreicht würde als der erste, könne die Verunsicherung der Menschen fördern, hatte Ilunga argumentiert.

Bislang wurden mehr als 170.000 Menschen mit einer einmaligen Dosis eines experimentellen Impfstoffs V920 (rVSV-ZEBOV-GP) der Firma MSD behandelt. Die Impfung gilt als höchst effektiv. Es sei zur Zeit ausreichend Impfstoff vorhanden, sagte Ryan. Bei einer schnelleren Ausbreitung könne es aber knapp werden, räumte er ein. Ein zweiter Impfstoff von der Firma Johnson und Johnson steht zur Verfügung, wurde aber noch nicht im Feld getestet. Er müsste zweimal verabreicht werden.

Zweite Ebola-Welle i

Die Epidemie ist auch ein Jahr nach der Erklärung des Ausbruchs zu einer Epidemie noch nicht unter Kontrolle. Gerade breite sich in der Region Beni im Westen des Landes eine zweite Welle aus, teilte die WHO mit. Dort sei in den vergangenen drei Wochen mehr als die Hälfte der neuen Fälle aufgetreten. Beni war nach Beginn des Ausbruchs vor rund einem Jahr bereits mehrere Wochen lang stark betroffen gewesen.

Die WHO hatte vergangene Woche einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Damit empfahl die WHO noch striktere Umsetzung ihrer Vorsichtsmaßnahmen, warnte aber vor einer Einschränkung von Handel und Reisen. Das sei nicht nötig, sondern eher kontraproduktiv. Vielmehr handele es sich um einen Weckruf an die internationale Gemeinschaft, mehr Geld und Expertise für dem Kampf gegen Ebola bereitzustellen, so Ryan.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren bis 23. Juli im Kongo gut 2.600 Ebola-Fälle registriert worden. Mindestens 1.756 Menschen starben. Die WHO geht davon aus, dass bis zu einem Viertel aller Fälle gar nicht entdeckt werden. Die Menschen sterben, ohne dass die Verwandten sich bewusst sind, dass der Angehörige Ebola hatte.

Die WHO habe alle Länder aufgerufen, weitere Spezialisten in die Region zu schicken, um die Seuche zu bekämpfen, sagte Ryan. Er lobte insbesondere die Spezialisten der US-Gesundheitsbehörde CDC. Die CDC hatte ihre Mitarbeiter im Oktober aber aus Sicherheitsgründen aus der Region abgezogen. «Es ist schwer, eine Schlacht ohne Deinen besten Verbündeten an Deiner Seite zu schlagen», sagte Ryan.

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