Die US-Gesundheitsbehörde CDC teilte auf der Plattform X mit, dass sie Kenntnis von Berichten über einen Verdachtsfall einer Lungenpest in der russischen Region Irkutsk habe, der zum Tod eines Menschen geführt hat, und die Entwicklungen aufmerksam verfolge. Die CDC machte zugleich deutlich, dass der berichtete Fall nicht bestätigt sei.
Auch die US-Botschaft in Moskau schrieb auf ihrer Website, dass sie die Lage aufmerksam im Blick behalte. Die Möglichkeiten der US-Regierung, Amerikanerinnen und Amerikanern in Russland zu helfen, seien begrenzt – insbesondere außerhalb Moskaus. Mitarbeiter der US-Regierung müssten wegen Gesundheits- und Sicherheitsbedenken möglicherweise mit zusätzlichen Einschränkungen für private und dienstliche Reisen in bestimmte Regionen rechnen, hieß es.
Das »Wall Street Journal« berichtete unter Berufung auf US-Regierungsbeamte, dass die USA Moskau gewarnt hätten, dass es internationalen Gesundheitsverpflichtungen zuwiderlaufe, wenn Einzelheiten zum Tod der Labormitarbeiterin nicht offengelegt würden. Russland soll den USA demnach bislang nur wenige Informationen über den mysteriösen Vorfall zur Verfügung gestellt haben.
Im Internet wird bereits über eine möglicherweise drohende Epidemie spekuliert. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum einen begann auch die weltweite Corona-Epidemie am Jahreswechsel 2019/20 mit Berichten über eine rätselhafte Lungenkrankheit in der Stadt Wuhan in China. Der Verlauf von Ansteckungen ist allerdings bei Pesterregern anders als bei Covid-19.
Zum anderen haben russische oder sowjetische Behörden Katastrophen oft geleugnet oder heruntergespielt – sei es die Atomkatastrophe von Tschernobyl 1986 oder der Untergang des Atom-U-Bootes »Kursk« 2000. Das Vertrauen in die offiziellen Mitteilungen ist gering. Dieses Jahr ließen russische Behörden in Sibirien Tausende Nutztiere wegen angeblicher Tierseuchen schlachten, auch wenn nach Einschätzung der Bauern ihr Vieh gesund war.