Bislang gab es kein speziell für Babys dosiertes Fertigarzneimittel zur Behandlung einer Malaria. Dabei sind gerade die jüngsten Kinder am meisten gefährdet für eine gefährlichen Verlauf. Kinder unter fünf Jahren machen 75 Prozent der Todesfälle durch Malaria aus. / © Getty Images/Per-Anders Pettersson
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat erstmals ein Malaria-Medikament für Unter-Einjährige geprüft und als sicher und wirksam erklärt. Diese Version des Kombinationspräparats Artemether-Lumefantrin sei spezifisch auf Neugeborene und Babys mit einem Körpergewicht von zwei bis fünf Kilogramm abgestimmt, berichtete die WHO in Genf passend zum Welt-Malaria-Tag.
Das Medikament könne dazu beitragen, eine Versorgungslücke bei den rund 30 Millionen Babys zu schließen, die jedes Jahr in den Malariagebieten in Afrika geboren werden. Viele waren bislang mit Formulierungen für ältere Kinder behandelt worden, mit dem Risiko von Fehldosierungen und Nebenwirkungen. Seit einigen Jahren gibt es Impfstoffe, die den Kleinsten einen gewissen Schutz vor der durch Mücken übertragenen Krankheit bieten.
Die Präqualifizierung der WHO bedeutet, dass Länder das Medikament zulassen können, die selbst keine Kapazität für aufwendige Medikamentenprüfungen haben. Zudem können UN-Organisationen es einkaufen und in betroffenen Ländern mit deren Einverständnis einsetzen.
Hersteller Novartis versprach, Coartem Baby (in anderen Ländern auch Riamet® Baby genannt) in Endemiegebieten weitgehend auf gemeinnütziger Basis zur Verfügung zu stellen. In Ghana sei das Präparat bereits eingeführt worden. Die schweizerische Zulassungsbehörde Swissmedic hatte Coartem Baby bereits vergangenen Juli zugelassen. Die dispergierbaren Tabletten enthalten 5 mg Artemether und 60 mg Lumefantrin. Solche Artemisinin-basierte Kombinationstherapie sind der aktuelle Therapiestandard.
Kinder unter fünf Jahren machen 75 Prozent der Todesfälle durch Malaria aus. 95 Prozent der Malariafälle werden aus Afrika gemeldet, ebenso 95 Prozent der Todesfälle. 2024 gab es 265 Millionen Erkrankungen und 579.000 Todesfälle.