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Herzinfarkt

Wetter als Risikofaktor

Das Wetter kann Menschen nicht nur die Stimmung verderben. Manche Wetterkonstellationen können sogar das Risiko eines Herzinfarktes erhöhen. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung des Teams um Moman A. Mohammad und Dr. David Erlinge von der Universität Lund in Schweden, die nun im Fachjournal »JAMA Cardiology« erschien.
Daniel Rücker
30.10.2018
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Die Wissenschaftler werteten für diese Untersuchung die Daten von 274.000 Menschen aus dem schwedischen Herzinfarktregister Swedeheart aus und glichen sie mit den aufgezeichneten Wetterdaten ab. Dabei stellten sie fest, dass bei bestimmten Wetterlagen die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes deutlich erhöht ist. An kalten Tagen mit niedrigem Luftdruck, starkem Wind, und wenig sonnigen Phasen war das Risiko am höchsten. Die stärkste Assoziation bestand dabei mit der Lufttemperatur, wobei das Risiko um jede 7,4 Grad, die die Temperatur anstieg, um 2,8 Prozent sank. Das höchste Risiko bestand bei einer Lufttemperatur unter null Grad Celsius.

Mit dieser Untersuchung bestätigte das Team um Erlinge eine bereits bekannte Vermutung. Schon heute gelten Kältereize als Risikofaktor für einen Herzinfarkt. Dasselbe gilt auch für Atemwegsinfektionen. Sie erhöhen während der Grippesaison das Infarktrisiko um das Sechsfache. Schwedische Wissenschaftler wollen nun in einer Studie testen, ob eine Grippeimpfung das winterliche Infarktrisiko senken kann.

Foto: Shutterstock/Olaf Naami

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