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Prävention

Weniger Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen

Die Zahl der Fälle von Alkoholintoxikationen bei den 10- bis 19-Jährigen ist weiter rückläufig. Einen Grund, in der Prävention nachzulassen, sehen die Bundesdrogenbeauftragte und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aber noch lange nicht.
Daniela Hüttemann
12.12.2018
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Nach aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamts kam es 2017 zu 21.721 Krankenhausaufhalten aufgrund von Alkoholintoxikationen bei den Unter-20-Jährigen. Das ist ein Rückgang um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Am häufigsten kommt es bei männlichen Jugendlichen zwischen 15 und 19 Jahren zu Alkoholintoxikationen. Bei ihnen liegt die Quote – trotz eines Rückgangs um 2,5 Prozent – bei 528 Fällen auf 100.000 Personen dieses Alters. Aber auch bei den gleichaltrigen weiblichen Jugendlichen liegt die Inzidenz immer noch vergleichsweise hoch mit 376 Fällen auf 100.000 Personen bei einem Rückgang um 2,0 Prozent.

»Die aktuellen Daten zu den Alkoholintoxikationen junger Menschen weisen zwar in die richtige Richtung, aber ihre Anzahl ist nach wie vor zu hoch. Jeder einzelne Fall ist einer zu viel«, betont BZgA-Leiterin Dr. Heidrun Thaiss. Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler ergänzt: »Selbst wenn die Zahlen zurückgehen, müssen wir weiterhin klipp und klar sagen: Alkohol ist kein Lebensmittel, absolut nichts für Kinder und sollte auch später nur in Maßen konsumiert werden!« Die Länder und Kommunen müssten den Jugendschutz ernst nehmen und ihre Testkäufe ausbauen. »Wir alle sind verpflichtet, gemeinsam und frühzeitig – auch mit den Eltern – über die Risiken aufzuklären!«, fordert Mortler.

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