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Portugal, Spanien, USA

Weitere Fälle von Affenpocken in Europa und Amerika

Gefährlich für Kinder und Immunsupprimierte

Bislang sei in Europa die westafrikanische Virusvariante nachgewiesen worden, die in der Regel zu milderen Verläufen führt als die zentralafrikanische, berichtet die ECDC. Dennoch könne das Virus gerade für Kinder und für Immunsupprimierte gefährlich werden; die Mortalität liege Studien zufolge bei 3,6 Prozent. Die meisten Patienten erholten sich aber innerhalb von Wochen.

Auch aus Nordamerika werden einzelne Fälle der Affenpocken gemeldet: Wie die Gesundheitsbehörde des US-Bundesstaates Massachusetts mitteilte, ist ein erwachsener Mann aus diesem Bundesstaat erkrankt, der zuvor von einer Kanadareise zurückgekehrt war. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr, betont die Behörde.

In Kanada untersuchen Gesundheitsbehörden laut örtlichen Medien rund ein Dutzend Verdachtsfälle der Viruserkrankungen, berichtet die Deutsche Presseagentur. Ergebnisse würden in den kommenden Tagen erwartet. Über einen bestätigten Fall in der Provinz Quebec seien die Behörden informiert worden, berichtete der kanadische Rundfunksender CBC am Mittwochabend unter Berufung auf das dortige Gesundheitsministerium.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief in einem Statement vom 18. Mai Beschäftigte im Gesundheitswesen weltweit zu erhöhter Wachsamkeit auf. Jeder Patient mit Verdacht auf Affenpocken sollte untersucht und isoliert werden – für den Zeitraum der vermuteten oder bestätigten Infektion. Eine zeitnahe Kontaktnachverfolgung bei bekannten Fällen, Überwachungsmaßnahmen und die Sensibilisierung von medizinischem Personal für dieses Krankheitsbild seien außerdem wichtig. Das medizinische Personal müsse zudem, wenn es Personen mit vermuteter oder bestätigter Affenpocken-Infektion betreut, die bekannten Schutzmaßnahmen gegen Kontakt- und Tröpfcheninfektionen ergreifen.

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