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Start-Up-Pitch
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Was wurde aus den »Apostart«-Gewinnern?

Dringend benötigtes Apothekenpersonal vermitteln, mit Algorithmen Lieferengpässe meistern oder per Telemedizin Hautprobleme behandeln – solche Ideen von Start-Ups aus ganz Deutschland überzeugten beim digitalen Start-Up-Pitch Apostart vergangenes Jahr bei der Expopharm Impuls. Was machen die ehemaligen Finalisten heute?
AutorKontaktPZ
Datum 23.07.2021  09:00 Uhr

Das altbekannte Problem der Lieferengpässe

Um den Apothekenalltag zu erleichtern, hat sich auch das Mannheimer Start-up »kjur« etwas ausgedacht und kam damit ebenfalls in die Apostart-Finalrunde 2020. Die gleichnamige digitale Plattform soll das altbekannte Problem der Lieferengpässe von Arzneimitteln angehen, indem sie sämtliche Akteure im Bereich der Arzneimittelversorgung intelligent miteinander verknüpft. So könnten teilnehmende Apotheken die betreffenden Medikamente basierend auf ihrem tatsächlichen Bedarf beziehen – und zwar mit Hilfe von Daten-Algorithmen und nicht »nach dem Gießkannen-Prinzip«, erklärt Kathrin Ebinger, Apothekerin und Head of Pharmacy bei »kjur«, auf Nachfrage der PZ. Das System lasse sich leicht in die Apothekenkassensoftware integrieren, wodurch es möglich werde, darüber analog zu den täglichen Bestellprozessen in der Apotheke Verfügbarkeitsanfragen zu stellen, so Ebinger. 2020 noch in der Pilotphase, ist »kjur« inzwischen live und für alle öffentlichen Apotheken bei Bedarf und unter entsprechenden technischen Voraussetzungen nutzbar.

Ebenfalls in der Finalrunde 2020 landete DiHeSys – »Digital Health Systems« - , ein Start-Up aus Schwäbisch Gmünd, das ein System aus arzneistoffhaltigen Tinten und Filamenten, von speziellen 2D- und 3D-Druckern sowie der dafür notwendigen Software entwickelt und produziert. Damit sollen in Apotheken personalisierte Arzneimittel hergestellt werden können. Das System kombiniert etwa verschiedene Wirkstoffe in einer Tablette, so dass statt mehrmals nur noch einmal täglich eine Tablette eingenommen werden muss. Zudem kann mit dieser Technologie die Dosis eines Arzneistoffs individuell gedruckt werden. »Dadurch erhält jeder Patient die Dosis eines Arzneistoffes, die er wirklich benötigt, beispielsweise aufgrund einer eingeschränkten Nierenfunktion«, erklärt Professor Christian Franken, Co-Geschäftsführer des Unternehmens, im Gespräch mit der PZ. »Inzwischen haben wir rund 20 Wirkstoffe in der Pipeline.« Zudem seien einige der Drucker verkauft, etwa an die Krankenhausapotheke der Uniklinik Heidelberg, wo derzeit an der individualisierten Arzneimittelherstellung speziell für Kinder gearbeitet wird.

Die Entwicklungsgeschwindigkeit im Pharma-, Hardware- und Software-Bereich sowie die Umsetzung der Projekte in Pandemiezeiten hochzuhalten, sei »eine große Herausforderung«, so Franken weiter. Nichtsdestotrotz stünden auch hier die Zeichen auf Wachstum. »Wir suchen dringend Personal, vor allem Hardware- und Softwareentwickler, aber auch Projektbetreuer«, betont der Pharmazeut. An mehr als zehn Projekten werde derzeit gearbeitet, die Zahl der Mitarbeitenden werde sich – so das Ziel – bis Ende dieses Jahres im Vergleich zu 2020 verdoppeln.

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