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Hautprobleme

Was tun bei Akne und »Maskne«

Beratung zum Thema Akne ist ein Dauerbrenner in der Apotheke. Derzeit informiert das pharmazeutische Personal vermehrt auch zu Hautproblemen durch das Maskentragen, die umgangssprachliche »Maskne«.
Sven Siebenand
01.03.2021  17:08 Uhr

Bei der virtuell durchgeführten Hermann-Hager-Tagung der Landesapothekerkammer Brandenburg gab Christine Bender-Leitzig, Offizinapothekerin in Wiesloch, zahlreiche Praxistipps. Derzeit berate sie viele Patienten zur Maskne-Problematik. Mechanische Reibung und Mazeration könnten zu den Hautproblemen führen. Die Apothekerin rät zu einer gründlichen Reinigung der Gesichtshaut und – falls möglich – zum Verzicht auf Make-up unter der Maske. Zudem sollten die Masken regelmäßig gewechselt werden und Stoffmasken sollten aus 100 Prozent Baumwolle bestehen und regelmäßig gewaschen werden.

Während Maskne-Haut hoffentlich eines Tages kein großes Thema mehr ist, wird es Akne-Patienten immer geben. Es handelt sich um die häufigste Hauterkrankung im Jugendalter. Oberstes Therapieziel ist die Verhinderung der Narbenbildung, denn die Behandlung von Narben stellt Ärzte und Apotheker immer noch vor Schwierigkeiten.

Komedogene Kosmetika, die zum Beispiel Vaseline oder Lanolin enthalten, zählen wie das Rauchen zu den Triggerfaktoren der Akne. »Auch Passivrauchen verschlechtert die Akne extrem«, ergänzte Bender-Leitzig. Zudem betonte sie, dass Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index eine bestehende Akne verschlechtern können. Auslösen könne man eine Akne mit ihnen aber nicht.

Dekorative Kosmetik – Ja oder Nein? Bender-Leitzig bejahte die Frage, wies aber darauf hin, dass abends eine sorgfältige Reinigung zu erfolgen habe. Zudem solle man die Kunden informieren, Applikatoren wie Pinsel und Schwämmchen regelmäßig zu reinigen oder auszutauschen.

Nicht verschreibungspflichtig sind Präparate mit Benzoylperoxid (BPO). Das pharmazeutische Personal sollte darauf hinweisen, dass die Anwendung zu trockener und schuppiger Haut führen kann und Anwender starke UV-Strahlung meiden sollten. Zudem hat BPO entfärbende Wirkung auf Textilien – und Haare. »Das kann vor allem bei gefärbten Haaren unliebsame Folgen haben«, so die Referentin. Schwarz gefärbtes Haar könne nach BPO-Kontakt grün aussehen, rot gefärbtes später orange.

Ob verschreibungspflichtig oder nicht verschreibungspflichtig: Frühestens nach vier Wochen kann man laut der Apothekerin den Erfolg einer topischen Akne-Therapie beurteilen. Grundsätzlich gehöre es daher zu den Aufgaben der Apotheke, die Patienten zum Durchhalten der Therapie zu ermutigen, oft monate- oder gar jahrelang. Ferner sei bei der systemischen Isotretinoin-Behandlung Einiges zu beachten (Kasten).

Als unterstützende Maßnahme der Akne-Therapie sprach sich Bender-Leitzig neben einer passenden Hautpflege unter anderem für 25 mg Zink pro Tag aus. Dies aber nur für maximal vier bis sechs Wochen. Danach sollte eine Therapiepause eingelegt werden.

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