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Asthma-Schulung
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Was läuft beim Inhalieren am häufigsten schief?

Ein Großteil der Menschen mit Asthma und COPD wendet den Inhalator falsch an. Entsprechend wichtig ist die Schulung zu den Devices, die im Rahmen der pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL) erfolgen kann. Auf besonders fehleranfällige Handhabungsschritte sollte pharmazeutisches Personal hier ein Auge haben.
AutorKontaktCarolin Lang
Datum 21.06.2023  11:00 Uhr

»Wissen Sie eigentlich, was der häufigste Fehler bei der Anwendung von Dosieraerosolen ist?« Die Neugierde, die eine solche Frage auslöst, lässt sich nutzen, um die Inhalatoren-Schulung als pDL in der Apotheke einzuleiten – das regte Dr. Philipp Kircher, Inhaber der St. Ulrich Apotheke Peißenberg, Bayern, am Montag bei der Webinarreihe »pDL Campus live« an.

Besonders dann, wenn Patienten der Meinung seien, dass sie die Anwendung ihres Devices fehlerfrei beherrschen, sei der Faktor Neugierde ein »wahnsinnig wertvolles Werkzeug, das wir in der Apotheke nutzen sollten«, unterstrich er.

Wie wichtig die pDL ist, legte Dr. Katja Renner, Apothekerin und Dozentin für verschiedene Apothekerkammern und die ABDA, dar: »In Studien konnte gezeigt werden, dass etwa 80 Prozent der Asthma- und COPD-Patienten ihre Inhalativa fehlerhaft benutzen.«

Aber was ist denn nun der fehleranfälligste Handhabungsschritt bei Dosieraerosolen? Laut Kircher ist es die Koordination, gleichzeitig mit dem Auslösen des Devices auch einzuatmen. Gerade für Senioren sei dies häufig problematisch. Sein Tipp zur Abhilfe: »Sie machen nichts falsch, wenn Sie erst kurz nach Beginn der Inhalation den Inhalator auslösen.«

Dann gelte es, langsam und tief einzuatmen und den Atem schließlich für fünf bis zehn Sekunden anzuhalten. Fünf bis zehn Sekunden, weil die Atemwege eher hydrophil seien und sich hydrophile Wirkstoffe wie Salbutamol schneller ablagern als etwa lipophile Glucocorticoide.

Schließlich sollte der Patient langsam über die Nase oder Lippenbremse ausatmen, um die abgelagerten Partikel nicht gleich wieder zu verwirbeln. Nach der Inhalation von Glucocorticoiden riet Kircher, bestenfalls etwas zu essen oder zu trinken.

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