Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Impfen in der Schwangerschaft
-
Was ist nötig, was ist möglich – und was nicht?

In der Schwangerschaft gilt die Maxime: »So wenig wie möglich, aber so viel wie nötig impfen.« Einige Impfungen werden sogar ausdrücklich für schwangere Frauen empfohlen, unter anderem der Schutz vor Influenza und Pertussis.
AutorKontaktBrigitte M. Gensthaler
Datum 17.03.2026  18:00 Uhr

Covid-19-Impfung bei fehlender Basisimmunität

Schwangere Frauen haben ein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf. Daher wird Frauen im gebärfähigen Alter die Impfung mit einem mRNA- oder proteinbasierten Covid-19-Impfstoff (mit der jeweils von der WHO empfohlenen Variantenanpassung) empfohlen.

Dies gilt auch für gesunde Schwangere mit unvollständiger Basisimmunität. Laut STIKO sollen sie erst ab dem zweiten Trimenon und vorzugsweise mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty® geimpft werden. Es gibt keine Sicherheitsbedenken in der Schwangerschaft oder Stillzeit.

Noch keine STIKO-Empfehlung zur RSV-Impfung

Noch keine offizielle STIKO-Empfehlung gibt es für den Impfschutz gegen Respiratorische Synzytial-Viren (RSV), obwohl der proteinbasierte Impfstoff Abrysvo® von Pfizer für die Gabe in der 24. bis 36. SSW in der Europäischen Union zugelassen ist. Medizinische Fachgesellschaften und Frauenärzte empfehlen die saisonale RSV-Impfung bereits für alle Frauen ab der 32. SSW. Dies betreffe vor allem Schwangere, die sich in den Monaten September bis Januar in der 32. bis 36. SSW befinden, weil in dieser Zeit das Infektionsrisiko am höchsten ist.

Die maternale Impfung soll Neugeborenen und Säuglingen über den passiven Immuntransfer spezifischer Antikörper von der Mutter auf das Kind einen Nestschutz vor RSV verleihen. Aus Sicht der STIKO reicht die aktuelle Datenlage (Stand November 2025) jedoch nicht für eine generelle Empfehlung in der Schwangerschaft aus. Die RSV-Arbeitsgruppe der STIKO will eine erneute Evidenzaufarbeitung voraussichtlich Mitte 2026 angehen.

Sonderfall Gelbfieber-Impfung

Vor Reisen in Endemiegebiete sollte der Impfschutz gegen Gelbfieber gegeben sein; außerdem verlangen einige Länder bei Einreise den Nachweis einer Impfung. Früher ging man davon aus, dass eine einmalige Gabe des Lebendimpfstoffs lebenslang schützt. Heute rät die STIKO, den Impfschutz vor erneuter oder bei fortgesetzter Exposition einmalig aufzufrischen (Reiseimpfung), wenn zehn oder mehr Jahre seit der Erstimpfung vergangen sind. Danach sind keine weiteren Auffrischungen notwendig.

Ungeimpfte Schwangere sollten Länder mit Gelbfieber-Risiko meiden, mahnen Frauenärzte. Ist eine Reise in ein Gefährdungsgebiet jedoch dringend erforderlich und die Infektionsgefahr hoch, kann auch in der Schwangerschaft geimpft werden.

Mehr von Avoxa