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Schwanger Ü40
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Was das Alter wirklich bedeutet

Immer mehr Frauen bekommen jenseits der 40 ein Baby. Warum das Alter bei Schwangerschaften zwar ein Risikofaktor ist, aber nicht allein entscheidend.
AutorKontaktdpa
Datum 12.08.2026  10:00 Uhr

Die einen freuen sich, die anderen warnen: Späte Schwangerschaften werden oft emotional diskutiert, nicht nur bei prominenten Frauen. Das Alter spielt durchaus eine Rolle – aber es ist nicht der einzige Faktor, sagt der Pränatalmediziner Professor Dr. Karl Oliver Kagan, Leiter der Pränatalmedizin am Universitätsklinikum Tübingen und Sektionssprecher Pränatalmedizin der Arbeitsgemeinschaft Geburtshilfe und Pränatalmedizin in der DGGG (AGG). Womit können Frauen, die mit über 40 das erste Kind bekommen, rechnen? Und gibt es medizinische Probleme?

Das mittlere Entbindungsalter liegt heute bei rund 31 bis 32 Jahren, etwa 5 Prozent der Schwangeren sind bei Eintritt der Schwangerschaft älter als 40. Zunächst einmal gilt, dass die Risiken mit dem Alter der Gebärenden ansteigen. Dennoch müsse man die Sache differenziert betrachten, so Kagan, denn: Die Mehrheit der Schwangerschaften verläuft gut. »Ich habe aus eigener Erfahrung genügend Schwangere in gehobenen Alterssegmenten betreut – und dabei meine ich 45 und jenseits. Nicht jedes erhöhte Risiko setzt sich auch zum Problem um.«

Was bedeutet eine späte Schwangerschaft für Mutter und Kind?

Die größte Hürde für eine Schwangerschaft im reifen Alter ist sicher die Fertilität. »Bei Frauen unter 30 werden innerhalb eines Jahres etwa 85 Prozent schwanger, wenn sie es versuchen. Bei Frauen unter 40 sind es noch rund 45 Prozent. Das zeigt schon deutlich, wie die Fruchtbarkeit abnimmt«, erklärt Kagan.

Beim Kind ist das bekannteste Risiko eine Chromosomenstörung, allen voran Trisomie 21. Das Risiko steigt von etwa 1 zu 1000 bei 20-Jährigen auf rund 1 zu 80 bei einer 40-jährigen Schwangeren. Das Risiko einer Fehlgeburt steigt ebenfalls an – bei Unter-35-Jährigen liegt es grob bei etwa 15 Prozent, bei 40-Jährigen bei 25 bis 40 Prozent.

Mütterlicherseits nehmen mit zunehmendem Alter Fälle von Schwangerschaftsdiabetes, schwangerschaftsbedingte Bluthochdruckerkrankungen und Präeklampsie zu, auch die Rate an Plazentainsuffizienz ist höher. Die Kaiserschnittrate steigt ebenfalls an. »Es ist ein Kontinuum, kein Schalter, der ab 35 oder 40 einfach umgelegt wird«, so Kagan.

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