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Herstellung
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Was Augen- und Ohrentropfen ausmacht

Auch wenn sie in der Rezeptur einer öffentlichen Apotheke seltener vorkommen als Salben oder Cremes, verdienen Formulierungen für Auge und Ohr Aufmerksamkeit. Was bei der Herstellung zu beachten ist, erklärte Professor Dr. Anne Seidlitz vom Institut für Pharmazeutische Technologie an der Freien Universität Berlin beim Pharmacon-Kongress in Schladming.
AutorKontaktJuliane Brüggen
Datum 23.01.2025  18:00 Uhr
Ohr: Zustand des Trommelfells entscheidend

Ohr: Zustand des Trommelfells entscheidend

Zubereitungen zur Anwendung im äußeren Gehörgang müssen nicht zwingend steril, isotonisch oder pH-neutral sein – zumindest bei intaktem Trommelfell. Bevorzugt eingesetzt werden hydrophile wasserfreie Grundlagen wie Glycerol, Propylenglycol oder flüssige Macrogole. Denn wasserhaltige Lösungen wirken ungünstig auf Entzündungen. »Wasser wirkt mazerierend und lässt das Trommelfell und die Schleimhaut aufquellen« – ein ideales Milieu für Keime.

Ist das Trommelfell verletzt, werden hingegen wässrige Lösungen eingesetzt. Seidlitz: »Bei perforiertem Trommelfell oder bei einem chirurgischen Eingriff müssen die Zubereitungen steril und konservierungsmittelfrei sein, was typische Ohrentropfen nicht sind.« Außerdem sind dann Isotonie und ein möglichst neutraler pH-Wert wichtig.

Ototoxische Substanzen, die Cochlea oder Vestibularapparat schädigen, dürfen bei verletztem Trommelfell nicht enthalten sein. Dazu gehören etwa die oben genannten wasserfreien Grundlagen, bestimmte Konservierungsmittel, zum Beispiel Benzalkoniumchlorid, sowie Essigsäure. Ebenfalls ototoxisch wirken bestimmte Antibiotika wie Aminoglykoside und Makrolide, Antimykotika wie Amphotericin B, Zytostatika, nicht steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Salicylate, Paracetamol und Diuretika wie Furosemid.

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