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Anatomie
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Warum Pinguine watscheln müssen

Eine anatomische Studie bringt Licht in die Biomechanik des wohl liebenswertesten Gangbilds der Tierwelt – dem Watscheln der Pinguine. Der Schlüssel liegt in der Funktion eines bislang unbeachteten Muskels.
AutorKontaktJennifer Evans
Datum 06.05.2026  12:30 Uhr

Der Smoking-Look ist ihnen angeboren. Und unter Wasser spielen sie ihre Eleganz auch vollkommen aus. Doch an Land sieht es anders aus. Dort wirkt ihr Schritt eher wie bei einem Sumo-Ringer. Hinter dem Watschelgang steckt ein spezieller Muskel, der in der Wissenschaft bislang nur als Randnotiz auftauchte. Doch Forschende haben ihn nun genauer analysiert und klar abgrenzen können.

Er verbindet nämlich die Knie der Tiere und sorgt dafür, dass sie ihre Beine eng beieinander führen können. Der sogenannte m. adductor tibialis stabilisiert sie zusätzlich, wenn sie sich zur Seite neigen und verleiht ihnen Kraft, um das andere Bein nach vorne zu schwingen.

Außerdem hilft ihnen dieser beinverbindende Muskel, den Körper im Wasser stromlinienförmig zu halten. Bislang erachtete die Wissenschaft ihn lediglich als Teil einer größeren Gruppe von Becken- und Oberschenkelmuskeln. Wie sich herausstellte, verläuft er aber unabhängig – und ist bei keinem anderen Vogel bekannt.

Ein ähnliches Prinzip fanden sie bei den Flügeln der Pinguine, was den Vögeln mehr Spielraum gibt und sie zum »Fliegen im Meer« befähigt. Denn damit sind Flügelbewegungen nach oben, unten und hinten möglich.

Biomechanisch sind Pinguine also nicht tollpatschig, sondern gut durchdacht, wie die Forschenden in ihrer Studie hervorheben, die im Fachjournal »The Anatomical Record« erschienen ist. Wer den Pinguin also verstehen will, muss zuerst akzeptieren, dass selbst seine Choreografie System hat.

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