| Christina Hohmann-Jeddi |
| 03.03.2026 12:00 Uhr |
Emotionen können sehr intensiv sein. Für ein gutes soziales Zusammenleben und die eigene Gesundheit sollte man sie regulieren können. / © Adobe Stock/master1305
Freude, Trauer, Wut – Emotionen bestimmen das Verhalten von Menschen. Dabei sind sie nicht mit Gefühlen gleichzusetzen, sondern gehen deutlich darüber hinaus. Bei Emotionen handelt es sich um komplexe psychophysiologische Reaktionen, die entstehen, wenn Menschen für sie Wichtiges erleben. Sie beinhalten Gefühle, körperliche Veränderungen und Verhaltensreaktionen inklusive Mimik und Gestik. So kann etwa die Emotion Angst mit Muskelzittern, Schweißausbrüchen und brüchiger Stimme körperlich erlebt werden und auf der Verhaltensebene zu einem Rückzug verleiten.
Emotionen haben alle Menschen, sie sind lebensnotwendig und ermöglichen etwa eine Anpassung an Situationen und die Integration in soziale Gruppen. Es ist aber wichtig, sie regulieren zu können, um nicht von ihnen überwältigt zu werden.
Unter Emotionsregulation versteht man den bewussten oder unbewussten Prozess, durch den Menschen beeinflussen, welche Emotionen sie erleben und wann und in welcher Form sie diese ausdrücken. Dazu gehört die Fähigkeit, Gefühle zu erkennen, zu benennen und zu verändern, um emotional stabil zu bleiben und sich an soziale Normen zu halten. Hierbei werden unterschiedliche Strategien eingesetzt, etwa die kognitive Auseinandersetzung mit der Situation, Ablenkung, Unterdrückung, Interaktion mit anderen Menschen oder auch körperliche Bewegung. Manche sind mehr, manche weniger hilfreich.
Menschen erleben Emotionen schon in frühester Kindheit – Strategien, sie zu regulieren, lernen beziehungsweise verbessern sie aber erst im Laufe des Lebens. Das liegt daran, dass der an der Emotionsregulation maßgeblich beteiligte präfrontale Cortex, der vordere Teil des Stirnlappens, erst ausreifen muss. Dieser Bereich beeinflusst die Amygdala, einen Teil des limbischen Systems, der für die emotionale Bewertung von Situationen und somit für das Entstehen von Emotionen verantwortlich ist.
So lernen Kinder zunächst Emotionen zu erkennen, sie später zu benennen und schließlich gezielt zu verändern. Einen enormen Schub bekommt dieser Prozess in der Adoleszenz.