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Organspenden
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Warum eine Organspende nicht immer möglich ist

Tausende Menschen in Deutschland warten auf ein Spenderorgan. Mediziner der Berliner Charité schildern, wie Spenden oft an einer Gesetzesgrundlage scheitern.
AutorKontaktdpa
Datum 05.06.2026  16:00 Uhr

Am ersten Samstag im Juni findet der »Tag der Organspende« statt – schon seit 1983 macht der Aktionstag auf das Thema »Organspende« aufmerksam. Die zentrale Veranstaltung findet jedes Jahr in einem anderen Bundesland statt. In diesem Jahr in Sachsen, im Rahmen des Leipziger Stadtfestes am 6. und 7. Juni.

Immer wieder wollen Angehörige den Wunsch sterbender Familienmitglieder erfüllen, nach ihrem Tod Organe zu spenden. Werden die Voraussetzungen für eine Organspende nicht erfüllt, müssen Ärzte dies jedoch ablehnen. Solche Situationen seien keine Ausnahme, sagt Dr. Farid Salih, Oberarzt an der Klinik für Neurologie mit Experimenteller Neurologie der Charité.

Organspende nur nach Hirntod

Der Grund liege in der deutschen Rechtslage. Organe dürfen bislang nur nach einer Hirntodfeststellung entnommen werden. Diese liegt vor, wenn sämtliche Hirnfunktionen unumkehrbar ausgefallen sind. Die Diagnose sei in Deutschland besonders streng geregelt, sagt der Neurologe. Liege kein Hirntod vor, dürften Organe nach derzeitiger Rechtslage nicht entnommen werden - auch dann nicht, wenn sterbende Personen oder Angehörige eine Spende ausdrücklich wünschten.

In vielen anderen europäischen Ländern sei dagegen auch eine Organspende nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand möglich. Während der Hirntod als unumkehrbar gilt, können Menschen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand manchmal wiederbelebt werden. Aber wenn das Herz dauerhaft nicht mehr schlägt, wird das Gehirn nicht mit Sauerstoff versorgt. Nach drei bis fünf Minuten beginnen Gehirnzellen abzusterben. Irgendwann wird der Hirntod eintreten - wie lange das dauert, hängt von vielen Faktoren ab, etwa dem Alter.

Tausende benötigen Organspende in Deutschland

Die Debatte trifft auf einen anhaltenden Mangel an Spenderorganen. Nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) standen Ende 2025 bundesweit rund 8.200 Menschen auf der Warteliste. Die Warteliste bilde das tatsächliche Ausmaß des Problems jedoch nicht vollständig ab, sagt Professor Dr. Felix Schönrath, kardiologischer Leiter des Herztransplantationsprogramms am Deutschen Herzzentrum der Charité. »Zur Realität gehört eben auch dazu, dass viele der Menschen, die ein Organ benötigen, in Deutschland gar nicht mehr auf die Organspendenliste kommen«. Manche schwer kranke Patienten würden gar nicht erst aufgenommen, weil ihre Aussichten auf eine rechtzeitige Transplantation zu gering seien.

Organspenden in Deutschland

Während in Berlin 2025 weniger Menschen ein oder mehrere Organe gespendet haben, ist die Zahl der Organspender in Brandenburg im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Wie aus Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervorgeht, spendeten in der Hauptstadt im vergangenen Jahr 33 Menschen nach ihrem Tod Organe - in Brandenburg waren es 20.

Bundesweit erreichte die Organspende laut DSO 2025 mit 985 Spenderinnen und Spendern den höchsten Stand seit 2012. Dies sei ein ermutigendes Signal, reiche aber weiterhin nicht aus, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation.

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