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Pilzinfektionen
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Wann eine Selbstbehandlung möglich ist – und wann nicht

Mykosen sind dieses Jahr Schwerpunkt der Pseudo Customer-Besuche in Apotheken. Insbesondere wird darauf wertgelegt, ob die Grenzen der Selbstmedikation eingehalten werden. Auf welche »Red Flags« das Apothekenteam achten sollte.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 06.02.2026  18:00 Uhr

Anwendung gut erklären: Wann, wo, wie und wie lange

Die Auswahl des geeigneten Wirkstoffs und der Formulierung richtet sich nach der Art der Mykose und den entsprechenden Leitlinienempfehlungen, aber auch nach den Vorlieben, motorisch-kognitiven Fähigkeiten und Preisvorstellungen des Patienten. Immer ist die genaue Anwendung zu erklären und die Bedeutung der konsequenten Durchführung der Therapie zu betonen, um die Adhärenz zu gewährleisten. Der Patient muss dazu nicht nur das Wie, sondern auch das Wie lange wissen.

Während ein einfacher Fußpilz beispielsweise mit dem Terbinafin-haltigen Präparat Lamisil® Once aufgrund der besonderen Anwendung wirklich nur einmal behandelt werden sollte, muss Cotrimoxazol-Creme mindestens drei Wochen lang und zwei- bis dreimal täglich aufgetragen werden. Die Behandlung von Nagelpilz dauert sogar Monate.

Bei Gelen, die bei Mundsoor eingesetzt werden, kann ein wesentlicher Wirkstoffanteil geschluckt werden. Hier ist auch auf Interaktionen mit anderen Medikamenten zu achten. Gleiches gilt, wenn ein systemisches Antipilzmittel verordnet wurde. Gerade bei den Azolen sind zahlreiche Wechselwirkungen möglich.

Last but not least sollte man dem Patienten unterstützende Maßnahmen und Tipps geben, zum Beispiel keine gemeinsamen Handtücher zu benutzen und diese möglichst heiß zu waschen (bei 60 Grad und niedriger mit Wäschezusatz). 

Finaler Hinweis in jeder Selbstmedikation: Falls sich die Beschwerden nicht innerhalb einer gewissen Frist deutlich bessern (bei Fußpilz innerhalb einer Woche, bei Vaginalpilz nach drei Tagen), steht ebenfalls ein Gang zum Arzt an.

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