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Fondue, Raclette und Wild

Vorsicht bei bestimmten Festtagsgerichten

In vielen Haushalten wird an Weihnachten und Silvester Besonderes aufgetischt. Doch bei bestimmten Gerichten ist Vorsicht geboten, warnen Fachleute. Während Fleischfondue und Raclette in Zusammenhang mit einer Durchfallerkrankung stehen, könne Wildfleisch mit Blei belastet sein.
dpa
PZ
23.12.2021  14:00 Uhr
Vorsicht bei bestimmten Festtagsgerichten

Vor Weihnachten und Silvester weisen Fachleute auf unappetitliche Gefahren durch beliebte Festtagsgerichte hin. So gebe es einen Zusammenhang zwischen einer ansteckenden Durchfallerkrankung und Fleischfondue sowie Raclette, schreiben Wissenschaftler des Robert-Koch-Instituts (RKI) im Fachjournal »Scientific Reports«. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sieht eine Gefahr durch Blei in Wildfleisch für bestimmte Personengruppen.

Ein Forscherteam um Bettina Rosner vom RKI wollte anhand einer Befragung wissen, ob in einer Gruppe von Patienten, bei denen kurz nach den Feiertagen eine Campylobacter-Enteritis – eine Durchfallerkrankung – aufgetreten war, überdurchschnittlich viele Personen Fondue oder Raclette gegessen hatten. Der Vergleich mit einer Kontrollgruppe zeigte demnach, dass es einen Zusammenhang zwischen diesen Gerichten und dem Auftreten der Enteritis gibt. Besonders deutlich war der Effekt bei Hühnchen. In der Gruppe der Personen, die nach den Feiertagen erkrankt waren, war der Anteil derjenigen, die Fondue oder Raclette mit Hühnerfleisch gegessen hatten, mehr als doppelt so hoch wie in der Kontrollgruppe. »Rohes Hühnerfleisch ist häufig mit Campylobacter-Bakterien verunreinigt«, schreibt das RKI.

Vor allem bei Fleischfondue, aber auch bei Raclette werde rohes Fleisch auch mit bloßen Fingern angefasst. Dadurch steige die Gefahr, dass Keime vom Fleisch auf die Hände, andere Lebensmittel und Utensilien gelangen und auf diesem Weg zu Infektionen beim Menschen führen können. Zum eigenen Schutz sollte man sich nach Kontakt mit rohem Fleisch gründlich die Händen waschen und Küchenutensilien sowie Zubereitungsflächen reinigen. Zudem sollten rohes Fleisch und Lebensmittel, die ohne weiteres Erhitzen verzehrt werden, konsequent getrennt werden. Die Campylobacter-Enteritis ist laut RKI mit 60.000 bis 70.000 übermittelten Fällen pro Jahr die häufigste bakterielle meldepflichtige Krankheit in Deutschland.

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