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Asthma-Patienten

Vorsicht bei Augentropfen mit Betablockern

Dass Augentropfen nicht nur lokal, sondern auch systemisch wirken, ist bislang unterschätzt worden. Daher sollten bei Patienten mit Asthma Betablocker enthaltende Augentropfen mit Vorsicht eingesetzt werden. Eine kardioselektive Substanz ist zu bevorzugen.
Christina Hohmann-Jeddi
24.01.2019
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Betablocker sind bei Patienten mit bronchialer Hyperreagibilität wie Asthma bronchiale kontraindiziert. »Schon eine leichte Betablockade kann bereits zu einer ungebremsten Freisetzung von Acetylcholin und somit zu einer Bronchokonstriktion führen«, sagte Dr. Nina Griese-Mammen, Leiterin des Geschäftsbereichs Arzneimittel bei der ABDA, auf dem Fortbildungskongress Pharmacon in Schladming. Dadurch erhöht sich das Risiko für Exazerbationen. Dies gilt zumindest für nicht kardioselektive Substanzen. Bei kardioselektiven dagegen ist das Risiko für moderate oder schwere Exazerbationen nicht erhöht, sodass deren Einsatz möglich ist, wenn der kardiale Nutzen der Wirkstoffe höher ist als das pulmonale Risiko.

Häufig werde unterschätzt, dass auch Betablocker in Augentropfen eine relevante systemische Wirkung haben. »Das ist auch den Fachkreisen zum Teil nicht bewusst«, so Griese-Mammen. 90 Prozent des im Auge applizierten Wirkstoffs wird ausgespült und über die Nasenschleimhaut rasch resorbiert und gelangt ohne First-Pass-Effekt in den Blutkreislauf. Problematisch in diesem Zusammenhang ist, dass die am häufigsten in Betablocker-haltigen Augentropfen enthaltene Substanz Timolol die am stärksten nicht kardioselektive ist. Nach einer Erstverordnung von nicht kardioselektiven Betablockern in Augentropfen steigt die Inzidenz von Exazerbationen deutlich, wie eine Metaanalyse von 2016 zeigte (»British Journal of Clinical Pharmacology«). Nach einer Anwendung von mehr als 30 Tagen geht die Inzidenz der Exazerbationen aber zurück. Als Gründe werden hierbei zwei Aspekte diskutiert, berichtete die Pharmazeutin. Zum einen könnte eine Gewöhnung einsetzen, zum anderen könnten empfindliche Patienten früh eine Exazerbation erleiden und die Augentropfen dann absetzen.

In der Glaukomtherapie von Asthmapatienten sind daher Carboanhydrase-Hemmer wie Dorzolamid und Brinzolamid und α-Sympathomimetika wie Brimonidin Mittel der Wahl. Wenn die Gabe eines Betablockers notwendig ist, dann sollte ein kardioselektiver wie Betaxolol bevorzugt werden. Betaxolol hat allerdings den Nachteil, dass es nur in Monopräparaten enthalten ist, weshalb immer noch hauptsächlich Timolol eingesetzt wird. Die Resorption des Wirkstoffs in den systemischen Kreislauf kann vermindert werden, wenn die Patienten nach der Applikation für etwa drei Minuten den Tränenkanal mit dem Finger zudrücken, was in der Praxis nicht immer leichtfällt.

DOI: 10.1111/bcp.13006

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