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Erstes Halbjahr 2020

Viermal mehr Pneumokokken-Impfungen als im Vorjahr

Die Pneumokokken-Impfquote bei den Über-60-Jährigen ist bei der Techniker Krankenkasse von 1,7 Prozent im ersten Halbjahr 2019 auf 6,6 Prozent im ersten Halbjahr 2020 gestiegen. Ohne Lieferprobleme hätten sich wohl noch mehr Menschen impfen lassen.
PZ
03.05.2021  11:34 Uhr

»Im ersten Halbjahr 2020 haben sich fast vier Mal mehr Menschen ab 60 Jahren gegen Pneumokokken impfen lassen als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor«, meldet die Techniker Krankenkasse (TK) und beruft sich auf eine Auswertung ihrer Versichertendaten. Die Impfquote stieg von 1,7 auf 6,6 Prozent. Am höchsten sei sie mit 7,5 Prozent in der Gruppe der 70- bis 79-Jährigen gewesen.

Die Pneumokokken-Impfung gehört zu den Standardimmunisierungen für Kinder. Die Ständige Impfkommission empfiehlt sie zudem allen Menschen ab 60 und unabhängig Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen. Für Kinder und Erwachsene gibt es unterschiedliche Impfstoffe. Vor allem bei für Erwachsenen empfohlenen 23-valenten Impfstoffen gibt es jedoch immer wieder Lieferschwierigkeiten. Anfang März 2020 rief das Gesundheitsministerium aufgrund der Coronavirus-Pandemie ältere Menschen explizit zu einer Pneumokokken-Impfung auf, was die Nachfrage verstärkte. Bei Menschen ab 60 Jahren und chronisch Kranken soll die Pneumokokken-Impfung je nach Gesundheitszustand gegebenenfalls frühestens nach sechs Jahren aufgefrischt werden. Eine generelle Auffrischung wird nur den chronisch Kranken empfohlen. Ob jemand über 60 eine Wiederholungsimpfung bekommen soll, soll der Arzt entscheiden.

»Es geht darum, schwere Lungenentzündungen zu vermeiden, die durch Pneumokokken-Infektionen ausgelöst werden können«, erklärt Tim Steimle, Apotheker und Leiter des Fachbereichs Arzneimittel bei der TK. »Die Nachfrage nach der Impfung war nach dem Aufruf so groß, dass es relativ schnell Lieferprobleme gab – sonst hätten sich vermutlich noch mehr Versicherte in diesem Zeitraum impfen lassen. Wer sich noch gegen Pneumokokken impfen lassen möchte, sollte seine Hausärztin oder seinen Hausarzt ansprechen.« Diese Impfung ist anders als die Grippeimpfung saisonunabhängig und ganzjährig möglich.

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