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Cyproteron

Verdacht auf Hirntumor-Entstehung

Cyproteron-haltige Medikamente werden in einem Review vom Pharmakovigilanz-Ausschuss der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) unter die Lupe genommen. Der Wirkstoff könnte das Risiko für bestimmte Hirntumore erhöhen.
Sven Siebenand
12.07.2019
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Anlass der Untersuchung sind aktuelle Studienergebnisse aus Frankreich. Diese legen nahe, dass Patienten, die über einen langen Zeitraum hohe Dosen Cyproteron einnehmen, ein zwar sehr niedriges, aber dennoch erhöhtes Risiko haben, ein sogenanntes Meningeom zu entwickeln. Dabei handelt es sich um einen meistens benignen (gutartigen) Hirntumor, der je nach seiner Lokalisation aber dennoch ernste Probleme verursachen kann, etwa aufgrund seines verdrängenden Wachstums. Die EMA kündigt an, die zur Verfügung stehenden Daten nun zu untersuchen und Empfehlungen für den Einsatz Cyproteron-haltiger Medikamente auszusprechen.

Der Wirkstoff aus der Gruppe der Antiandrogene kommt in verschiedenen Indikationen als Therapeutikum in Betracht, etwa bei Akne, Hirsutismus, Prostatakrebs oder als ein Bestandteil der Antibabypille.

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