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Vielfältige Ausprägung
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Verdacht auf Arzneimittel-Allergie rasch abklären

Apotheker können mithelfen, mögliche Arzneimittel-Allergien aufzuklären, indem sie die richtigen Fragen stellen. Eine ärztliche Abklärung mit Hauttests, Labor und gegebenenfalls stationärer Provokation sollten möglichst zeitnah erfolgen.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 05.04.2024  09:00 Uhr

Womit, wann und wie traten die Symptome auf?

Prinzipiell gebe es kein Medikament, bei dem man allergische Reaktionen ausschließen könnte, nicht einmal Cortison. »Ein Verdacht auf eine Arzneimittel-Allergie sollte möglichst frühzeitig allergologisch abgeklärt werden«, so Pfützner. Hier könnten auch Apotheker helfen.

Für die Anamnese sind drei Fragen wichtig: Womit, wann und wie traten die Symptome auf? Dabei sollte auch nach der Anwendungsform und Dosierung, der Dauer der Anwendung und Verträglichkeit bei früherer und erneuter Anwendung sowie dem zeitlichen Ablauf der Reaktion gefragt werden. Auch Kofaktoren wie die Ernährung, Infekte, Alkohol und Anstrengung können für die Ausprägung eine Rolle spielen, vor allem bei Analgetika.

Dazu gehöre dann noch eine allergologische Testung mit einem Prick-, Intrakutan- oder Epikutan-Test und bei vermuteter Betalaktam-Allergie einem IgE-Antikörper-Nachweis. Letzterer müsse allerdings frühzeitig nach einer Reaktion erfolgen, da der IgE-Spiegel mit der Zeit wieder abfällt. Zudem gebe es noch zelluläre In-vitro-Tests mit verschiedenen Nachteilen. Gewissheit bringt manchmal auch erst ein Provokationstest.

Allergiepass korrekt ausfüllen

Wichtig sei nach der Diagnose, dass die Betroffenen einen ordentlich ausgefüllten Allergiepass erhalten. Darin sollte stehen, wie die Allergie diagnostiziert wurde und welche Beschwerden in der Vergangenheit aufgetreten sind. Neben dem Wirkstoffnamen sollte vermerkt sein, in welchen Präparaten dieser Wirkstoff vorkommt und durch welche strukturverwandten Medikamente, zum Beispiel andere Schmerzmittel, die Beschwerden ebenfalls ausgelöst werden können.

Umgekehrt sollte auch festgehalten werden, welche Ausweichmedikamente möglich sind (was wurde gut vertragen oder worauf wurde negativ getestet). »Manchmal ist es eine therapeutische Herausforderung, was man alternativ geben kann«, so Pfützner. Gerade deshalb sei eine gründliche Diagnostik wichtig, damit nicht unnötig auf wichtige Medikamente verzichtet wird oder hier nur die zweitbeste Lösung zur Anwendung kommt.

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