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Coronavirus
Verbreitung verlangsamen ist das Ziel

Mehrfach-Infektionen möglich?

Zur Immunität nach einer durchgemachten Infektion könne man bisher noch nicht viel sagen, betonte RKI-Präsident Wieler. Patienten wiesen neutralsierende Antikörper auf. Wie lange ein Immunschutz anhalte, sei noch unklar. Die Frage, ob man sich mit dem Erreger auch mehrfach infizieren könne, sei ebenfalls noch offen. Bei den berichteten Fällen, die dies vermuten lassen, könnte es sich auch um eine langfristige Ausscheidung des Erregers handeln, wie sie in Einzelfällen vorkommen könne. Eventuell waren Testergebnisse auch zwischenzeitlich falsch-negativ ausgefallen, obwohl das Virus bei den Patienten noch vorhanden war. Auch Drosten erklärte, dass ihn die bisherigen wissenschaftlichen Aufarbeitungen zu diesen Fällen einer vermeintlichen Mehrfachinfektion nicht überzeugt hätten.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) betonte, dass es jetzt das Ziel sein müsse, Infektionsketten in Deutschland möglichst rasch zu unterbrechen, um die Verbreitung des Erregers aus den genannten Gründen zu verlangsamen. »Das Infektionsgeschehen wird unser Gesundheitssystem unter Stress setzen und tut es in Heinsberg schon«, sagte Spahn. Man müsse nun versuchen, die Verbreitung einzuschränken, um das Geschehen für jeden Einzelnen und das Gesundheitssystem insgesamt handelbar zu machen.

»An bestimmten Stellen in Deutschland wird der Alltag ein Stück eingeschränkt sein müssen«, sagte Spahn. Schließung von Grenzen hält er aber weiterhin für unnötig, zumal sie massive Auswirkungen hätten. Auch die Absage von Großveranstaltungen oder die Schließung von Unternehmen sei nicht generell ratsam, sondern müsse im Einzelfall unter Berücksichtigung von verschiedenen Faktoren entschieden werden. Die Maßnahmen müssten »verhältnismäßig und angemessen« sein, so Spahn.

Situation in Europa

Inzwischen hat auch die europäische Seuchenschutzbehörde ECDC das Risiko durch das neue Coronavirus in der Europäischen Union auf »moderat« bis»hoch« heraufgestuft. Dies teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel mit. Das bedeute, dass das Virus sich weiter ausbreite. Insgesamt wurden nach Angaben der EU-Kommission bisher rund 2100 Fälle in 18 EU-Staaten nachgewiesen. 38 Menschen in der EU seien an der durch das Virus ausgelösten Lungenerkrankung Covid-19 gestorben, sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

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