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Handelsstreit
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US-Zölle: Die Auswirkungen auf die Arzneimittelversorgung

Seit der US-Präsident Donald Trump gestern Abend Zölle in Höhe von 20 Prozent auf EU-Produkte angekündigt hat, gibt es besorgte Reaktionen aus Politik und Wirtschaft. Auch die Pharmabranche kann durch die Zölle unter Druck geraten.
AutorKontaktAlexandra Amanatidou
AutorKontaktdpa
Datum 03.04.2025  15:00 Uhr
Habeck fordert mehr Zusammenarbeit, EU bereitet Gegenmaßnahmen vor

Habeck fordert mehr Zusammenarbeit, EU bereitet Gegenmaßnahmen vor

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat auf einer Pressekonferenz in Berlin eine starke Binnenmarktreform gefordert, um die EU unabhängiger von den USA zu machen. Die Europäische Union solle geschlossen und entschlossen auf die Zölle reagieren, sagte Habeck. Er fügte hinzu, dass sich »neue Allianzmöglichkeiten« ergeben könnten. Als mögliche Beispiele nannte er Kanada und Mexiko, die ebenfalls vom Handelskrieg mit den USA betroffen sind.

Die EU bereitet Gegenmaßnahmen vor, will aber gesprächsbereit bleiben. »Wir finalisieren bereits das erste Maßnahmenpaket als Reaktion auf die Stahlzölle und bereiten nun weitere Maßnahmen vor, um unsere Interessen und Unternehmen zu schützen, falls die Verhandlungen scheitern«, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Rande eines Gipfeltreffens mit Staats- und Regierungschefs zentralasiatischer Staaten in Usbekistan. Gleichzeitig betonte die Spitzenpolitikerin, es sei noch nicht zu spät für Verhandlungen und appellierte an die US-Seite, sich auf Gespräche einzulassen. Ziel müsse es sein, Handelshemmnisse abzubauen und nicht, sie zu erhöhen.

Mit dem besonders von den Zöllen betroffenen Automobil- und Pharmasektor kündigte von der Leyen schnelle Gespräche über mögliche Unterstützung an. Für die deutsche Pharmabranche sind die USA das wichtigste Exportland. 2024 gingen laut VFA Waren im Wert von 27 Milliarden Euro und damit knapp ein Viertel (23,6 Prozent) der deutschen Pharmaexporte in die USA. Umgekehrt habe Deutschland Pharmazeutika im Wert von 12,2 Milliarden Euro (17 Prozent) aus den USA importiert sowie gut zwölf Prozent der Vorprodukte, etwa Grundstoffe und Chemikalien.

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